Riesiger Kran lässt Brückenteile am Detmolder Finanzamt heran schweben

Jana Beckmann

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Der zweite Längsträger wird an seinen Platz gehoben. - © Jana Beckmann
Der zweite Längsträger wird an seinen Platz gehoben. (© Jana Beckmann)

Detmold. Der Stahlkoloss hängt in der Luft. Rund 40 Tonnen wiegt der Längsträger für die Brücke, die künftig von der Röntgenstraße ins neue Finanzamt-Parkhaus führen soll. Und die müssen erst einmal bewegt werden. „Hier rüber", ruft André Riedel von der Firma Niesky Stahl- und Brückenbau und lehnt sich mit seinem gesamten Gewicht in die Führungsleine. Nun beginnt der schwierige Teil.

„Die Vorarbeiten mussten fast auf den Millimeter genau sein, damit es hinterher keinen Versatz zum Parkhaus gibt", berichtet städtischer Beigeordneter Thomas Lammering, der das Geschehen zusammen mit Projektleiter Detlef Wehrmann und einer ganzen Reihe von Schaulustigen vom Werreufer aus verfolgt. Bereits im Juni war das 4,5-Millionen-Euro-Projekt unter anderem mit Bohrungen gestartet. Pfähle und Fundamente wurden gesetzt. Die Unterbauten für die Stahlkonstruktion, den sogenannten Brückenüberbau, entstanden. Dann ging es erst einmal an anderer Stelle weiter. Auf dem Finanzamt-Parkplatz wurden Fundamente für das Parkhaus geschaffen und der südliche Teil der Wotanstraße für die spätere Zufahrt zum Parkhaus verbreitert. Nun ist der große Tag gekommen.

Kran lässt Brückenteile am Detmolder Finanzamt heran schweben

Kran lässt Brückenteile am Detmolder Finanzamt heran schweben

„Hier passt es", ruft Paul Barthel von der gegenüberliegenden Seite der Werre herüber, wo er locker auf dem anderen Unterbau steht und zu seinen Kollegen auf der Seite des Medicums herüber schaut. Dort hängt der Längsträger immer noch ein ganzes Stück über seiner künftigen Position und wird nun nach und nach herunter gelassen.

Eingetroffen waren die Teile bereits in der Nacht. Da die Längsträger jeweils 32 Meter lang sind, konnte der Transport tagsüber nicht erfolgen. „Von den Lkw ist jetzt schon nicht mehr viel zu sehen. Die werden einfach zusammengeschoben", erklärt Wehrmann. Anders ist es bei dem 750-Tonnen-Kran, für dessen Zubehör allein zehn Lkw benötigt wurden, die nun am Kronenplatz stehen. Immerhin ist er mit einem Gegengewicht von 210 Tonnen ausgestattet.

Mit einem kleinen Ruck senkt der Kran den Längsträger ab, den er zuvor vorsichtig vom Lkw gehoben und in einem Rechtsschwenk über die Werre gehievt hatte. Somit lässt sich die Brücke bereits erahnen – zeichnen die beiden Stahlkolosse, die nun aufgebockt auf den Widerlagern liegen, doch den späteren Verlauf schon ganz gut ab. „Die Längsträger werden mit den Endquerträgern auf den Widerlagern verschraubt", erklärt Marcel Matzerath vom Planungsbüro Bockermann Fritze. Dann werden zwischen die Längsträger weitere Querträger gesetzt, die später mit Betonfertigteilen belegt werden. Die Konstruktion erhält eine Bewehrung, eine Asphaltdecke und Kappen für den Gehweg.

Soweit ist es jedoch noch nicht. André Riedel und seine Kollegen greifen jetzt zu harten Bandagen. Mit Spanngurten wird der Längsträger am Unterbau angebunden, um ihn grob in seiner Position zu fixieren. Die Wasserwaage wird anlegt, der Gliedermaßstab gezückt. Nun müssen die Verbindungselemente so voreinander gesetzt werden, dass die Bohrungen für die Schrauben aufeinander passen. Voraussichtlich im Juni, so schätzt Beigeordneter Lammering, soll das neue Parkhaus eröffnet werden. Die Fertigstellung der Brücke ist indes schon für Ende dieses Jahres geplant. Damit verbleiben noch drei Wochen. Die Arbeiter der Firma Niesky haben sich mittlerweile an einer Stelle versammelt und packen alle an. Die letzten Schrauben werden fest gezogen. Dann ist das Gröbste geschafft, die Querträger können kommen.

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