Eltern erhalten in Detmold an vielen Stellen Tipps zum Leben mit Kind

Jana Beckmann

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Andrea Ahrens, Teamleiterin beim städtischen Jugendamt, gibt Eltern einen Überblick über die bestehenden Unterstützungsangebote. Bei schwierigeren Lebenssituationen kann sie auch weitergehende Hilfen vermitteln. - © Bernhard Preuß
Andrea Ahrens, Teamleiterin beim städtischen Jugendamt, gibt Eltern einen Überblick über die bestehenden Unterstützungsangebote. Bei schwierigeren Lebenssituationen kann sie auch weitergehende Hilfen vermitteln. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fehlende Unterstützung, finanzielle Nöte, erhöhter Förderungsdruck bei den Kindern – es gibt eine Menge Faktoren, die das Eltern-Sein erschweren. Deshalb gibt es allerlei Hilfeangebote, die die Stadt in einem Netzwerk mit anderen 
Institutionen organisiert. Hier ein Überblick.

Familieninformationsdienst: Schon im Klinikum Lippe können Eltern von Neugeborenen und Kindern bis zu drei Jahren erste Informationen zu Hilfeangeboten rund um das Leben mit Kind bekommen. Dazu bieten zwei Fachkräfte zweimal die Woche auf Wunsch Beratung und Gespräche an. Hier geht es direkt zu dem Angebot der Frauenklinik.

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Familienhebammen: Eltern, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, ein frühgeborenes oder erkranktes Kind haben, eine Mehrlingsgeburt hatten oder einfach überlastet sind, können Unterstützung von einer Familienhebamme oder einer Familienkinderkrankenschwester bekommen. Ziel ist, die Gesundheit der Beteiligten zu fördern, Überforderung zu vermeiden und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dieser Service gilt bei Kindern bis zu einem Jahr und wird in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Lippe angeboten. Aufgrund der großen Nachfrage soll eine weitere Fachkraft hinzu kommen.

Karo-Café: Das Karo-Café ist ein Treffpunkt für Schwangere, Mütter und Väter mit Kindern bis zwei Jahren. Es findet dienstags von 9.30 bis 11.30 Uhr im Gemeindehaus am Schubertplatz statt, in Zusammenarbeit mit der St.-Elisabeth-Stiftung. Die Teilnehmer können sich austauschen und bei Bedarf auch einen Rat von einer Fachkraft bekommen.

Information
Weitere Hilfen bietet auch die "pro familia" Beratungsstelle in Detmold.


Elterncafés: Ein Drittel aller Familien in Detmold wird von einem alleinerziehenden Elternteil geführt. Da Alleinerziehende spezielle Fragen und Schwierigkeiten haben, soll für sie ein darauf zugeschnittenes Elterncafé geschaffen werden. Dieser Treffpunkt soll auch verhindern, dass die Mütter und Väter vereinsamen, und er soll dazu dienen, dass sich Gleichgesinnte austauschen können. Darüber hinaus sollen auch in den Familienzentren Elterncafés entstehen.

Begrüßungsdienst: Unter der Überschrift „Simba" (Sicher mit Baby) steht der Elternbegrüßungsdienst der Stadt. Die Idee ist, allen Eltern acht bis zehn Wochen nach der Geburt zu besuchen und mit Informationsmaterialien zu versorgen. Dazu nimmt eine Mitarbeiterin des Jugendamtes Kontakt mit den Familien auf. Auf Wunsch gibt es auch eine Beratung, zum Beispiel zur Kinderbetreuung nach der Elternzeit. Wer keinen Hausbesuch möchte, kann sich die Materialien auch abholen.

Startkurse: Bei den sogenannten Elternstartkursen, die aus fünf Treffen im Elterncafé oder im Familienzentrum bestehen, erhalten Eltern von Kindern im ersten Lebensjahr Tipps bezüglich Ernährung, Bindung und Elternschaft. Die konkreten Themen werden immer in Absprache mit den Teilnehmern festgelegt und sollen auf die Bedürfnisse im jeweiligen Sozialraum abzielen. In diesem Jahr sollen wieder neue Kurse starten. Die Termine dafür stehen noch nicht fest.

Bildungsbegleiter: Die sogenannten Bildungs- und Entwicklungsbegleiter bieten praktische Unterstützung im Alltag. Dazu machen sie Hausbesuche und fördern die Eltern in den Punkten Bindung, Sprache, Bewegung und in anderen Fertigkeiten – indem sie die Mütter und Väter einmal pro Woche für 45 Minuten beim Spielen mit den Kindern begleiten. Diese Art der Betreuung, die in Kooperation mit dem Kreis Lippe läuft, ist auf zwölf Wochen angelegt.

Beratung und Beistand: Im städtischen Jugendamt gibt es eine Koordinierungsstelle, in der Netzwerkarbeit für die Hilfeangebote betrieben wird. Aber nicht nur das. Eltern in schwierigen Lebenssituationen können dort Unterstützung erhalten. Die Mitarbeiter geben einen Überblick über niedrigschwellige Angebote, vermitteln – wenn nötig – aber auch weitergehende erzieherische Hilfen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Beistandschaft, bei der es unter anderem um die Berechnung und Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen geht.

Prävention steht im Fokus

Das Bundeskinderschutzgesetz, das im Jahr 2012 infolge mehrerer Kindstötungen in Kraft getreten ist, soll den aktiven Kinderschutz vorantreiben. Das gilt nicht nur bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Vielmehr geht es darum, die Präventionsarbeit zu stärken, damit die Familien grundsätzlich gut unterstützt werden und es erst gar nicht zu Vernachlässigungen oder gar zu Gewalt kommt. Dies geschieht durch die sogenannten Frühen Hilfen, für die der Detmolder Stadtrat gerade ein neues Fachkonzept mit dem in diesem Artikel vorgestellten Angeboten verabschiedet hat. Die Hilfen richten sich an Eltern mit Kindern von 0 bis 3 Jahren und sind allesamt freiwillig.

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