Kahlschlag am Bahngleis schockiert Anwohner

Janet König

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An den Böschungen unterhalb des Wittensteinwegs werden im Auftrag der Bahn etliche Bäume gefällt. - © Vera Gerstendorf-Welle
An den Böschungen unterhalb des Wittensteinwegs werden im Auftrag der Bahn etliche Bäume gefällt. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Ohne Vorwarnung haben Arbeiter begonnen, die Böschung unterhalb des Wittensteinwegs in der Nähe der Woldemarstraße abzuholzen. Die Deutsche Bahn will damit den Schienenverkehr sichern. Doch die Anwohner können nicht nachvollziehen, warum der komplette Kahlschlag notwendig ist.

„Man nimmt uns nicht nur den Sichtschutz auf die Schienen, sondern auch ein Stück Lebensqualität", sagt Kornelia Meier bestürzt. Mit dieser Meinung ist die Detmolderin nicht allein – die gesamte Nachbarschaft ist sauer. „Natürlich muss die Sicherheit an den Schienen gewährleistet werden, aber was hier passiert, wirkt nahezu wahllos", fügt Anwohnerin Silke Meier-Schulte hinzu.

Sind fassungslos: (von links) Horst Schnelle, Silke Meier-Schulte, Regina Zimmermann, Simone Laubinger, Tanja Lucé und Kornelia Meier haben keinen Sichtschutz mehr. - © Vera Gerstendorf-Welle
Sind fassungslos: (von links) Horst Schnelle, Silke Meier-Schulte, Regina Zimmermann, Simone Laubinger, Tanja Lucé und Kornelia Meier haben keinen Sichtschutz mehr. (© Vera Gerstendorf-Welle)


Zehn Jahre sei gar nichts an den Böschungen gemacht worden, jetzt beginne man plötzlich mit dem kompletten Kahlschlag. Laut eines Sprechers der Deutschen Bahn sei die konsequente Abholzung der Böschung jedoch notwendig. „Viele Bäume sind hier sehr dünn oder befinden sich sogar schon in Schräglage." Daher hätte die Untere Landschaftsbehörde den Auftrag der Bahn zur Abholzung genehmigt.

Die Anwohner hätte man darüber nicht extra informieren müssen. „Ich habe Verständnis für die Anwohner, dennoch geht für uns die Sicherheit vor", sagt der Bahnsprecher. Innerhalb der nächsten Jahre dürfte zudem die Natur ihren eigenen Weg finden und neues Grün sprießen.

Den Anwohnern hilft das wenig. Sie fühlen sich in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt. „Es ist unfassbar, dass uns keiner informiert hat", sagt Meier. Auch die Stadt fühlte sich dafür nicht zuständig: „Das ist Sache der Bahn", sagt ein Mitarbeiter.

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