Das sagen Experten zu dem Granulat auf Detmolder Kunstrasenplätzen

Jana Beckmann

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So sieht es aus: Das Gummigranulat, das auch bei dem neuen Kunstrasenplatz in Heiligenkirchen verwendet worden ist, enthält nur in verschwindend geringem Maß gefährliche Stoffe. - © Archivfoto: Bernhard Preuss
So sieht es aus: Das Gummigranulat, das auch bei dem neuen Kunstrasenplatz in Heiligenkirchen verwendet worden ist, enthält nur in verschwindend geringem Maß gefährliche Stoffe. (© Archivfoto: Bernhard Preuss)

Detmold. Die Sperrung von Kunstrasenplätzen in den Niederlanden hat auch hierzulande Schlagzeilen gemacht. Von einer möglichen Gesundheitsgefahr durch das im Belag enthaltene Granulat war die Rede. Auch einige Detmolder Vereine machten sich Sorgen, obwohl die Stadt nach eigenen Angaben nur zertifiziertes Material verwendet habe. Experten haben nun endgültig Entwarnung gegeben.

Das Prüflabor für den Sportstättenbau Lehmacher/Schneider GmbH aus Osnabrück hat Proben auf den acht Kunstrasenplätzen im Stadtgebiet genommen und diese auf gesundheitsgefährdende Stoffe untersucht. Konkret geht es dabei um acht verschiedene PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe), die in dem Granulat enthalten sein können. In Detmold treten sie, wie Andreas Hülsdonk vom Sport- und Bäderbüro berichtet, aber nur in geringer Konzentration auf.

Je nach Platz seien 5,5 bis 9,7 Milligramm PAK pro Kilogramm des Granulats gefunden worden. Damit liege die Konzentration unter dem Grenzwert der europäischen Chemikalienverordnung REACH, der 10 Milligramm pro Kilogramm betrage. Dies gilt beim Werresportplatz und beim Kunstrasenplatz in Remmighausen, die mit Quarzsand aufgefüllt sind.

Bei den Spielstätten in Heidenoldendorf, Jerxen-Orbke, Pivitsheide V.L., Hiddesen (Kleinspielfeld), Heiligenkirchen und Diestelbruch ist dagegen Gummigranulat verwendet worden. Dabei sind momentan sogar 1000 Milligramm pro Kilogramm erlaubt.

„Das EU-Parlament wird voraussichtlich im Februar einen neuen Grenzwert für das Granulat festlegen. Dieser wird dann wahrscheinlich bei 100 Milligramm pro Kilogramm liegen", erklärt Hülsdonk. Aber auch dann werde er durch die in Detmold gemessenen Werte immer noch erheblich unterschritten. „Das Prüflabor stellt fest, dass durch den normalen Sportbetrieb eine so geringe Menge PAK aufgenommen wird, dass kein Gesundheitsrisiko besteht.

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