Stadtbuslinie nach Diestelbruch würde die Fahrtzeit verlängern

Jost Wolf

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- © Jana Beckmann
Stadtbus (© Jana Beckmann)

Detmold-Diestelbruch. Viele Diestelbrucher schätzen die Busanbindung an die Kernstadt als „gerade noch ausreichend" ein. Warum hat Diestelbruch eigentlich keine Stadtbus-Anbindung? Dafür gibt es mehrere Gründe, die Wolfgang Janz, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft (SVD), erläutert.

„Bei der Entwicklung des Stadtbuskonzeptes in den 1990er Jahren war einer der Grundsätze, keine Stadtbuslinie parallel zu den bestehenden Regionallinien verlaufen zu lassen", erklärt er. Deshalb würden etwa 40 Prozent des Detmolder Liniennetzes per Regionalbus bedient. Um den Fahrgästen einen stadtbusähnlichen Service zu bieten, führen auf diesen Linien auch Niederflurbusse, und man versuche die Regionallinien so zu takten, dass alle halbe Stunde ein Bus fahre.

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„Das bedeutet, dass eine Regionalbuslinie im Stundentakt mit einer zweiten im Stundentakt fahrenden Regionallinie überlagert wird, aber eben zeitlich so versetzt ist, dass es zu einem Halbstundentakt kommt", erklärt Janz. Auch Diestelbruch wird auf diese Weise durch die Linie 772 Blomberg-Detmold und die Linie 776 Horn-Bad Meinberg-Detmold im Halbstundentakt angebunden.

Überlegungen der SVD, Diestelbruch an eine Stadtbuslinie 702 Kreishaus-Meiersfeld anzubinden, seien damals verworfen worden. „Es hätte sich die Fahrzeit von Diestelbruch deutlich verlängert, da die Linie 702 nicht den direkten Weg über die Blomberger Straße, sondern über Meiersfeld und die Hornsche Straße führt", sagt Janz.

Außerdem hätte man den Regionallinien nach Blomberg oder Horn-Bad Meinberg mit einer Stadtbuslinie nach Diestelbruch die wirtschaftliche Grundlage entzogen. „Damit hätten diese Verkehre wohl eingestellt werden müssen."

Außerdem sahen die Überlegungen vor, eine Stadtbuslinie nach Diestelbruch über die Dörenwaldstraße und Dahlsheider Straße zu führen. Janz: „Es war damals übereinstimmende Meinungen, dass eine halbstündliche Durchfahrung dieser beiden Anwohnerstraßen nicht akzeptabel wäre."

Heute stelle sich die Situation nicht anders dar, sagt Janz. „Verschiedene Versuche, Diestelbruch in die Veranstaltungsverkehre zur Andreasmesse einzubinden, sind mangels Nachfrage nicht weitergeführt worden. Somit bestehen weiterhin Zweifel, dass eine Stadtbuslösung wirtschaftlich und verkehrlich sinnvoll wäre."

Warum viele Diestelbrucher um den Fortbestand ihres Nahversorgers bangen, lesen Sie hier.

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