Das Licht ist sein Leben

Mit seiner Firma „ecorrect Licht“ räumt Andreas Hilker den „iF Design Award 2017“ sowie den „German Design Award GOLD“ ab und setzt sich gegen große Konkurrenzfirmen durch

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Andreas Hilker, Geschäftsführer von ecorrect Licht, zeigt seinen Strahler "Kronos". - © Foto: Alexandra Schaller
Andreas Hilker, Geschäftsführer von ecorrect Licht, zeigt seinen Strahler "Kronos". (© Foto: Alexandra Schaller)
Andreas Hilker, Geschäftsführer von ecorrect Licht, zeigt seinen Strahler "Kronos". - © Foto: Alexandra Schaller
Andreas Hilker, Geschäftsführer von ecorrect Licht, zeigt seinen Strahler "Kronos". (© Foto: Alexandra Schaller)

Detmold. „Hier ist das Licht jetzt nicht so richtig toll“, sagt Andreas Hilker und deutet mit einer bunten Kaffeetasse in der Hand auf die Strahler an der Decke seines kleinen Büros im Gilde-Zentrum. Hier sitzt das Detmolder Start-up-Unternehmen „ecorrect Licht“. Und kaum beginnt der Geschäftsführer zu erzählen, wird auch schon klar: Für Andreas Hilker ist das Thema Licht mehr als nur ein Job – es ist seine Leidenschaft.

„Wenn ich in einen Raum komme, dann bekomme ich direkt ein Gefühl für das vorhandene Licht. Und ich habe eine Vision, wie ich den Raum optimal beleuchten könnte“, sagt der 49-Jährige schwärmerisch. Dieses Gefühl für die richtigen Lichtverhältnisse hat Andreas Hilker jetzt sogar zwei Preise eingebracht: Für seinen Hallenstrahler „Kronos“ hat er den „iF Design Award 2017“ sowie den „German Design Award GOLD“ bekommen.

Doch angefangen hat alles ganz anders: Hilker studiert Forstwirtschaft, bricht das Studium jedoch ab und entscheidet sich gemeinsam mit seiner Frau in Polen vier Filialen für eine Solariumkette aufzumachen. Darüber kommt schließlich der Kontakt zur Münchner Firma „Dorena Freizeitanlagen“ zustande, für die er ab sofort als freier Mitarbeiter tätig ist. Seine Aufgabe: Er entwickelt die Beleuchtung für Schwimmbäder, die von Dorena umgebaut werden. Das Fachwissen bringt er sich selbst bei.

„Anfangs war das Learning by Doing – ich musste mich bei den Kunden erst beweisen“, erinnert sich Andreas Hilker, während er in seinem Büro auf und ab tigert und immer wieder die ein oder andere Leuchte aus dem Regal holt. Doch er schafft es, sich einen Namen zu machen. 2010 gründet er schließlich seine Firma „ecorrect Licht“ in Polen – seit 2016 ist der Bad Pyrmonter nun mit seinem Start-up in Detmold ansässig.

An seinem Hallenstrahler „Kronos“ hat der Bad Pyrmonter rund zwei Jahre lang getüftelt. Und er ist sichtbar stolz auf die Leuchte, „die mit dem jeweiligen Unternehmen wächst“, wie er sagt. Das Modell sei sehr flexibel.

Doch so erfolgreich die Idee klingt – „Manchmal will ich einfach hinschmeißen“, sagt Andreas Hilker. Der Grund: „Manche Kunden wollen ihre Leuchten so billig wie möglich – und verstehen nicht, dass mein System zwar etwas teurer, dafür aber viel flexibler und zudem deutlich langlebiger ist als vieles andere auf dem Markt“, erklärt er.

Eine Motivation, dennoch weiterzumachen, ist der Gewinn der beiden Preise. „Man fühlt sich so winzig neben Giganten wie Philips, LG oder Bosch. Aber ich habe es trotzdem geschafft“, sagt der zweifache Vater stolz. Nicht nur wenn es nach Andreas Hilkers Frau geht, muss die Leuchte jetzt aber erst einmal an den Mann. „Das Verkaufen ist nur leider nicht so mein Ding“, gibt Andreas Hilker zu und rückt sich die Brille zurecht. Daher will er im kommenden Jahr vor allem neue Vertriebspartner akquirieren. Und: Die Fertigung nach Detmold holen. Derzeit sind in Polen 14 Mitarbeiter tätig – zwei weitere beschäftigt Hilker im Büro. Und neue Ideen hat der Geschäftsführer auch schon: „Auf dem Markt fehlt eine noch stärkere Leuchte – einen Prototyp habe ich bereits in petto“, verrät der Geschäftsführer.

Baukasten-Prinzip

Der Hallenstrahler „Kronos“ funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Die Basisleuchte kann mit verschiedenen LED-Modulen bestückt werden. Diese Module können wiederum mit unterschiedlichen Linsen ausgestattet werden, wodurch je nach Anforderung die passende Lichtfarbe und -verteilung zur Verfügung stehen. Im Vergleich mit herkömmlichen Lichtlösungen spart der Strahler bis zu 90 Prozent Strom ein, denn über Sensoren und eine intelligente Steuerung, die die Lampen untereinander vernetzt, steht das Licht jeweils nur genau dort zur Verfügung, wo es gebraucht wird. (als)

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