Nach Brandstiftung: Detmold bekommt einen neuen Bücherschrank

Sven Koch

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Komplett ausgebrannt war der Bücherschrank am Willy-Brandt-Platz. Nun soll dort ein neues Exemplar hinkommen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Komplett ausgebrannt war der Bücherschrank am Willy-Brandt-Platz. Nun soll dort ein neues Exemplar hinkommen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Der Aufschrei in der Detmolder Bevölkerung vor gut drei Wochen war groß, als einer der viel genutzten Bücherschränke in der Innenstadt nachts abbrannte. Lautstark war der Wunsch in persönlichen Gesprächen und in den sozialen Netzwerken zu vernehmen, dass der Schrank erneuert werden solle. Und so startete die Bürgerstiftung Detmold gemeinsam mit der Initiative Leselust einen Spendenaufruf für den Wiederaufbau – mit Erfolg. „Wir haben den Auftrag zum Neubau dank hunderter Spender Anfang der Woche erteilen können", sagt Andre Brinkmann als Vorsitzender des Bürgerstiftungsvorstands.

Die vielen Gespräche anlässlich der Spendensammlung in der Innenstadt verdeutlichten dem Stiftungsvorstand, dass es für die Detmolder mehr als bloß ein Schrank mit Büchern war. „Der Bücherschrank wurde von sehr vielen auch als ein Ort der neuen Begegnungen, des kurzen Austausches beschrieben", sagt Frank Brüggemann vom Stiftungsvorstand. „Für viele ist es zudem eine Freude, andere stöbern zu sehen, wenn sie selbst ein Buch dort hineingestellt haben."

Nach vielen Spenden zwischen einem und 20 Euro in den ersten Tagen folgten zuletzt deutlich größere Spendeneingänge. „Daraufhin haben wir einige Gespräche geführt und in kurzer Zeit ein tolles Konzept für Bücherschränke auch in den Detmolder Vororten erstellt", sagt Kay Sandmann-Puzberg, der für die Finanzen der Stiftung zuständig ist. Auch die Initiative Leselust war von den Überlegungen sofort angetan. Gleiches gilt für die Stadtverwaltung, die diese Idee auch finanziell unterstützen will.

Information
Ideen für einen weiteren Innenstadt-Standort können per Mail an info@buergerstiftung-detmold.de gerichtet werden.

Für den Erfolg müssen allerdings mehrere Faktoren zusammenwirken: Erstens braucht es einen lokal verankerten Verein aus dem Ortsteil, der für einen solchen Schrank nebst eigenem finanziellen Beitrag zukünftig Verantwortung übernehmen will und zudem einen geeigneten Standort findet. Zweitens sind weitere private oder unternehmerische Spender aus dem Ortsteil nötig. Und drittens gilt es für die Bürgerstiftung, die Grundfinanzierung sowie die Organisation rund um den Schrank zu übernehmen. „Erste gute Gespräche in der Richtung laufen bereits", ergänzt Sandmann-Puzberg. Auch über einen dritten Schrank für die Innenstadt kann nachgedacht werden, wenn noch einige Spenden eingehen und ein dafür geeigneter Standort gefunden wird.

Der Aufruf, gemeinsam ein Zeichen zu setzen nach der Brandstiftung, scheint in erfreulicher Weise zu gelingen. Und es ist das Zeichen Hunderter: Nicht lange lamentieren, sondern in großer Gemeinschaft erfolgreich anpacken, war die Devise. Anfang Juni soll der Bücherschrank am Willy-Brandt-Platz schon wieder an Ort und Stelle stehen, sogar in leicht verbesserter Weise. Und bis dahin, so hofft die Bürgerstiftung, haben sich weitergehende Pläne eventuell auch bereits konkretisiert.

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