Detmolder Fotograf Uwe Skrypczak stellt Serengeti-Fotos aus

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Uwe Skrypczak zeigt Bilder aus der Serengeti. In diesem Gebiet soll eine große Straße gebaut werden. - © Foto: Schwabe
Uwe Skrypczak zeigt Bilder aus der Serengeti. In diesem Gebiet soll eine große Straße gebaut werden. (© Foto: Schwabe)

Detmold. Dieter Kropp singt auf seiner "Herzensbrecher-CD" ironisierend davon, er sei Jäger und Sammler. Wenn der Detmolder Fotograf Uwe Skrypczak von der Serengeti sagt "Hier bin ich zu Hause", dann klingt das, als wären Dieters Worte wirklich wahr.

Skrypczak unterstreicht dieses Gefühl mit einer anderen Aussage: "Hier sehe ich, was Leben wirklich ist." Und jede Frage, die ihm am Mittwochabend in der Buchhaus am Markt gestellt wird, löst einen Strom an abenteuerlichen Geschichten aus, die einen mitfühlen lassen, wovon Skrypczak spricht. Es ist das faszinierende Zusammenspiel von gnadenlosem Überlebenskampf jedes einzelnen Tieres, der aber ein höchst sensibles Zusammen- und Überleben aller, ein exakt ausbalanciertes Ökosystem stabil hält.

Und eben dieses System ist bedroht. Das für die Wanderungen der riesigen Gnuherden nördliche Gebiet der Serengeti (der Begriff ist nicht ganz korrekt) soll durch eine Durchgangsstraße abgetrennt werden. Für die Gnus wird diese Straße vor allem dann zu einem unüberwindlichen Hindernis, wenn sie mit ihren Jungen aus dem nördlichen Gebiet zurückwandern wollen. Gerade wenn Tiere Junge haben, ob Gnus oder Löwen, werden sie ganz besonders vorsichtig und scheu.

Im Laufe der Jahre hat Skrypczak seine Sinne so geschärft, dass er genau spürt, wann und wo er sich den Tieren wie weit nähern darf, um sie in ganz besonderen Situationen vor die Linse zu bekommen. Jedes seiner großformatigen Fotos, die bis zum 14. Juni in der unteren Etage des Buchhauses am Markt gezeigt werden, dokumentiert dieses Gespür.

Da sieht der Besucher Zebrahengste im Brunftkampf, den aufmerksamen Blick des Löwen oder des Elefanten, den Sprung der Gnus ins Wasser eines Flusses, den sie auf der Suche nach neuen Weidegebieten überqueren müssen. Und immer wieder das besondere Licht des frühen Morgens, das vielen Bildern aus der Wiege der Menschheit eine berührende Ästhetik verleiht. (ans)

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