Eltern dürfen Arzus Geschwister besuchen

Prozess soll im April beginnen

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Detmold (sb). Die fünf Geschwister der entführten Kurdin Arzu Özmen (18) dürfen ab sofort im Gefängnis Besuch empfangen. Rechtsanwalt Andreas Chlosta geht davon aus, dass die Eltern noch vor Weihnachten von der Besuchserlaubnis Gebrauch machen werden.

Für die Geschwister gelten besondere Auflagen: So müssen bei einem Besuch ein Staatsanwalt oder ein Justizbeamter im Raum sein. Gesprochen werden darf nur auf Deutsch. Zudem wird laut Oberstaatsanwalt Michael Kempkes ein Dolmetscher dabei sein. So wollen die Ermittler verhindern, dass sich die Familie trotz des Verbotes doch in ihrer Muttersprache austauscht.

Seit sechs Wochen sitzen die fünf Geschwister in Untersuchungshaft in Detmold, Brackwede, Hamm und Münster. Sie sollen am 1. November ihre Schwester Arzu aus der Wohnung ihres Freundes in Detmold verschleppt haben. Seither ist die junge Frau spurlos verschwunden. Der Prozess wird vermutlich im April, gerade vor Ablauf der sechsmonatigen U-Haft, vor dem Detmolder Landgericht eröffnet.

Bislang hatte die Staatsanwaltschaft Besuche der Familie mit dem Hinweis auf Verdunklungsgefahr abgelehnt. Chlosta legte jetzt dagegen Beschwerde ein und bekam Recht: "Das Landgericht argumentiert mit dem Paragraphen 6 des Grundgesetzes, wonach Ehe und Familie unter besonderem Schutz stehen", so Kempkes. Der in Detmold inhaftierte älteste Bruder, ein Familienvater aus Steinheim, darf zudem auch Besuch von seiner Frau empfangen. Weiter wolle man erreichen, dass Freunde und andere Familienmitglieder die Geschwister besuchen dürften, so Chlosta. 

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