Großdemo in Lippe gegen Nationalpark

2.000 Demonstranten auf der Straße

VON MARTIN HOSTERT

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Nationalparkgegner treffen auf einen Stand der Projektbefürworter. - © FOTO: PREUSS
Nationalparkgegner treffen auf einen Stand der Projektbefürworter. (© FOTO: PREUSS)
Demo gegen

Nationalpark - © Lippe
Demo gegen
Nationalpark (© Lippe)

Detmold. Die Gegner des Nationalparks machen mobil: Rund 2.000 Menschen demonstrierten in Detmold gegen die vom Land geplante Ausweisung des "Nationalparks Teutoburger Wald". Mehr als 100 Traktoren und Langholzfahrzeuge begleiteten die Demonstration.

Während die letzten Trecker starteten, erreichten die ersten schon den Kundgebungsplatz. Keiner habe mit so vielen Teinehmern gerechnet, hieß es von Seiten der Veranstalter, der Bürgerbewegung "Unser Teutoburger Wald". Den Nummernschildern der Fahrzeuge zufolge waren viele Teilnehmer aus den Kreisen Paderborn und Höxter gekommen. Transparente klebten an den Traktoren; kündeten von der Sorge um zu hohe Kosten, Wegeverbote oder darum, künftig kein Holz mehr im Wald schlagen zu können. Viele Plakate richteten sich auch persönlich gegen Landrat Friedel Heuwinkel, unterstellten dem CDU-Politiker, sich ein Denkmal setzen zu wollen.

"Hopp, hopp, hopp – der Nationalpark ist ein Flop" oder "Nationalpark? Nein, danke" skandierend zogen die Demonstranten durch Detmold. Vorbei auch an Ständen von Projekt-Befürwortern. Vertreter der Umweltschutzverbände und der Grünen argumentierten mit den Nationalparkgegnern, gerieten zum Teil lautstark mit ihnen aneinander.

Vorm Landestheater eröffnete Jürgen Ruth ("Unser Teutoburger Wald") die Kundgebung. Die große Zahl der Demonstranten sei ein "phantastisches Zeichen" gegenüber Heuwinkel und Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). "Mit uns kann man nicht machen, was man will", rief Ruth. Er hoffe, dass Heuwinkel die heutige Sitzung des Kreistages mit den Worten eröffne: "Der Nationalpark ist tot."

Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes NRW, Philipp Freiherr Heereman, nannte den Demonstrationstag "einen guten Tag" für NRW, die von vielen geforderte Bürgerbefragung zum Nationalpark "ein Spiel auf Zeit". Beatrix Boekstegers (Waldbauernverband Lippe) sagte, in den vergangen 300 Jahren habe sich der Wald durch nachhaltige Bewirtschaftung optimal entwickelt, dies müsse im Interesse von Flora und Fauna so bleiben.

Frank Schäffler, Vorsitzender der FDP in Ostwestfalen-Lippe, verwahrte sich gegen "Öko-Sozialismus" aus Düsseldorf. Auch Heinrich Kemper (Landwirtschaftlicher Hauptverein) und Augustdorfs Bürgermeister Andreas Wulf protestierten. Stephan Prinz zur Lippe bekräftigte, dass seine Wälder nicht zur Verfügung stünden: "Das muss endlich mal zur Kenntnis genommen werden. Ich bleibe dabei: Wer was anderes gehört haben will, hatte ein Blackout."

Elmar Brok, CDU-Chef in OWL, nannte die Wirtschaftlichkeitsgutachten, denen zufolge sich ein Nationalpark rechnet, von den Befürwortern "bestellt". Sie kalkulierten mit Besucherzahlen für Attraktionen im Lipperland wie dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen, die gar nicht zum Nationalpark gehören sollen. "Wir haben hier den Prinzen gehört, Minister Remmel aber hält sich für den Fürsten und spricht von ,seinen Wäldern‘." Lippe sei nicht das Testgebiet Düsseldorfs.

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