Lügen-Lehrerin aus Detmold erhält weiter volle Bezüge

Verteidiger von Horst Arnold kritisiert Behörden

veröffentlicht

Bielefeld/Kassel (gär). Mit heftiger Kritik an den Behörden hat der Rechtsanwalt Hartmut Lierow auf die jüngste Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) im Fall des ehemaligen Lehrers Horst Arnold reagiert. Wie berichtet, war Arnold von seiner Kollegin Heidi K. an einer Schule im hessischen Reichelsheim mit einer Lügengeschichte der Vergewaltigung bezichtigt worden. Nach seiner Verurteilung im Jahr 2002 durch das Landgericht Darmstadt hatte er fünf Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen.

Der BGH hatte Arnold vor wenigen Tagen "wegen erwiesener Unschuld" rechtskräftig freigesprochen. Für jeden Tag der Haftverbüßung habe sein Mandant nun einen Anspruch auf 25 Euro. "Dieser Betrag ist kaum geeignet, das Unrecht, das meinem Mandanten widerfahren ist, angemessen zu kompensieren", schreibt Verteidiger Lierow. Sein Mandant sei jahrelang "einem Kesseltreiben ausgesetzt" gewesen und habe nach seiner Entlassung aus dem Schuldienst "bis heute keine Arbeit mehr gefunden".

Formaljuristisch habe Arnold zwar keinen Anspruch auf eine Wiedereinstellung, aber das Land Hessen habe "eine moralische Pflicht", seinen Mandaten "nun auch beruflich zu rehabilitieren", so Lierow. Das hessische Kultusministerium teilte auf Anfrage lediglich mit, Arnold kön-ne sich "jederzeit um eine erneute Einstellung als Lehrer bewerben".

Skandalös findet Rechtsanwalt Lierow, dass die zuletzt in Bielefeld tätige Lehrerin Heidi K., die Horst Arnold mit ihren falschen Anschuldigungen ins Gefängnis gebracht hat, "bis heute ihre vollen Beamtenbezüge" erhält und die Staatsanwaltschaft immer noch nicht gegen sie ermittelt. Heidi K. ist vom Dienst suspendiert, das Land Hessen hat ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.