Circus "Universal Renz" gastiert in Detmold und ruft Proteste hervor

Beifall für Artisten, Mitleid für Tiger

Von Sandra Castrup und Thorsten Engelhardt

26 Tierschützer de­mons­trierten. - © Foto: Engelhardt
26 Tierschützer de­mons­trierten. (© Foto: Engelhardt)

Detmold. Die Artisten im Circus "Universal Renz" haben bei der Premiere am viel Applaus erhalten. Die Tiger-Dressur stimmte die Besucher aber nachdenklich. Am 24. Februar protestierten Tierschützer.

Ein Besuch im Circus "Universal Renz" ist nichts für schwache Nerven. Bei ihrer Premieren-Vorstellung am Donnerstag, 23. Februar, auf dem Kronenplatz haben alle zwei- und etliche vierbeinige Artisten das Publikum begeistert. Allen voran die "Los Talentos", eine fünfköpfige kolumbianische Artistentruppe, die sich erst auf dem Hochseil mit einem feurigen Samba warm tanzte, um anschließend am "Todesrad" zu drehen. Nur Millimeter unter den Deckenstangen sprangen sie vom Seil und als sie sich dabei noch eine schwarze Maske überstülpten, hielten nicht wenige Gäste den Atem an.

Es folgten weitere temporeiche Nummern: Die "Zimbabwe Boys" verknoteten wie Gummimännchen ihre Körper. Pudel und Windhunde sausten durch das Circus-Rund. Neben Friesen-Hengsten, Ziegen und Eseln präsentierte "Universal Renz" auch exotische Tiere in der Manege: Drei Elefanten, Kamele und Tiger.

Nach dem sonst so imposanten Programm wirkten die Raubkatzen jedoch weniger furcht- und eher mitleiderregend auf das Publikum, was sich in sehr verhaltenem Applaus widerspiegelte. Die Tiere zitterten und wirkten teilweise krank. Dompteur Daniel Renz, der die Irritation des Publikums bemerkte, erklärte daraufhin, die Tiger seien bereits 18 Jahre alte "Rentner". Gegen Wildtiere im Zirkus protestierten am Freitagabend 26 Tierschützer am Kronenplatz. Sie verteilten Handzettel mit der Aufforderung, keinen Zirkus zu besuchen, der mit Tieren arbeitet.

Konkret richtete sich der Protest der Tierschützer aber auch gegen "Universal Renz". Erst jüngst habe eine Elefantenkuh des Zirkus‘ eingeschläfert werden müssen, nachdem sie kollabiert war. Das zuständige Veterinäramt hatte laut Presseberichten aber keine tierschutzwidrige Haltung festgestellt. Auch in Detmold kontrollierte das Veterinäramt nach einem anonymen Hinweis den Zirkus und kam zu demselben Ergebnis. Allerdings sicherte Renz nach einem Gespräch mit den Veterinären in einem Fernsehinterview am Freitagabend zu, die Tiger aus dem Programm zu nehmen.

Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag, 25. Februar, ab 15.30 Uhr und 19.30 Uhr, Sonntag, 26. Februar, ab 11 Uhr und 15.30 Uhr.

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