Verein "Ausrangiert und Abgeschoben" setzt sich für benachteiligte Hunde ein

Hobby-Tierschützer helfen Vierbeinern

Von Christine Dick

(von links) Nina Weist, Sara, Jana Tarnowski und Anne Wennike tauschen sich mit weiteren Menschen über ihre Hunde-Erfahrungen aus. - © Foto: Dick
(von links) Nina Weist, Sara, Jana Tarnowski und Anne Wennike tauschen sich mit weiteren Menschen über ihre Hunde-Erfahrungen aus. (© Foto: Dick)
Tierschützer 

helfen Hunden - © Detmold
Tierschützer helfen Hunden (© Detmold)

Detmold-Diestelbruch. Sie wollen Menschen aufklären und Hunden helfen. Dafür hat sich der Verein "Ausrangiert und Abgeschoben" am Samstag auf dem Hof von Familie Wennike getroffen.

Es ist sehr heiß an diesem Samstagnachmittag, aber für die Hunde gibt es die Möglichkeit, sich in dem kühlen Teich auf dem Grundstück der Familie Wennike zu erfrischen. Währenddessen tauschen sich die Menschen aus: über ihre Hunde und den gemeinsamen Wunsch, den Vierbeinern zu helfen.

70 Leute aus ganz Deutschland sind zu dem Treffen nach Detmold angereist, das der Verein "Ausrangiert und Abgeschoben" organisiert hat. Lange haben sie überlegt, wie sie ihren Verein nennen sollen, der vor zwei Jahren gegründet wurde. "Ausrangiert und Abgeschoben" stehe nun für ausrangierte Vermehrer-Zuchthunde - also Hunde, die zur Zucht missbraucht werden - und abgeschobene Hunde, erklärt Vereinsvorsitzende Jana Tarnowski. Etwa einmal im Jahr trifft sich der Verein.

Information
70 Hunde pro Jahr sind in der Vermittlung:
Vereinsziel ist, Hunden, die noch nie ein eigenes Zuhause hatten, die ihr Zuhause verloren, noch nie Gras unter den Pfoten gespürt haben, die noch nie eine Decke oder ausreichend Futter hatten, zu helfen. 2011 hat der Verein 71 Hunde aufgenommen und 67 vermittelt. Die schnellste Vermittlung dauerte sechs Stunden. Die Vereinsmitglieder sind über 30.000 Kilometer gefahren, um die Tiere zu transportieren. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten unter www.ausrangiert-und-abgeschoben.de.

Aus diesem Grund sind auch Michael Weßlau und seine Frau Claudia Begemann-Weßlau mit ihren Hunden aus Rietberg angereist. "Wir sind die Hobby-Tierschützer", sagt Michael Weßlau. "Wo wir helfen können, packen wir an." Motiviert zu helfen wurden die beiden durch ihre Nachbarn und Freunde Thomas und Rita Merker, die sich bereits vor ihnen für benachteiligte Hunde eingesetzt haben. "So sind wir da rein gerutscht - Gott sei Dank", ergänzt Michael Weßlau.

Der Verein sei sehr familiär und man wolle gemeinsam dem Ziel zu helfen, näher kommen. Wer helfen will, könne das auf unterschiedliche Art tun, wie Jana Tarnowski erklärt: Manche pflegen Hunde, andere sind Paten, wieder andere adoptieren Hunde oder spenden Geld. "Manchmal helfen Leute, die selbst keine Hunde halten können", sagt Jana Tarnowski. Sie selbst ist Hundeliebhaberin, weil Hunde so "erwartungsfrei" seien.

"Ein Hund war vor mir schon da", ergänzt Nina Weist, die mit Hunden aufgewachsen ist. Das gilt auch für Barbara Schulze aus Lippstadt, die findet, dass Hunde einfach zum Leben dazu gehören. Kann sie sich nicht um ihren Hund kümmern, so springt ihre Mutter als "Babysitter" ein. Denn: "Wenn ich einen Hund habe, muss ich viel raus." Es gehe aber nicht um die Strecke, sondern um die Zeit. "Es ist gut, sich mit den Hunden zu bewegen", findet auch Jana Tarnowski, die Spaziergänge mit Hunden mag.

Das findet auch die fünfjährige Sara aus dem Sauerland. Ihre Familie hat vor Jahren einen Labrador aus Brandenburg adoptiert. Eine Nachbetreuung sei sehr wichtig, erklärt Jana Tarnowski. "Man will ja auch wissen, wie es nach der Vermittlung läuft", sagt die
Berlinerin.

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