Festival "Musik im Hinterhof" bietet facettenreiches Potpourri

Raphael Bartling

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Virtuoses Saitenspiel: Zeynep Akdil und Fatmanur Sahin (r.) begeistern die Zuhörer in der Eberlein-Passage mit Cello und Geige. - © Raphael Bartling
Virtuoses Saitenspiel: Zeynep Akdil und Fatmanur Sahin (r.) begeistern die Zuhörer in der Eberlein-Passage mit Cello und Geige. (© Raphael Bartling)

Detmold. Frau Musica hat am Wochenende in zahlreichen entlegenen Winkeln und Gassen entlang der Detmolder Innenstadt gute Laune und wohlklingende Töne verbreitet. Zum dritten Mal spielten im Rahmen der Veranstaltung „Musik im Hinterhof" Musiker diverser Genres an idyllischen Plätzen im Herzen der Residenzstadt auf. Die allermeisten von ihnen waren Studierende an der Hochschule für Musik in Detmold.

Gleich 23 kleine Konzerte gingen an sechs verschiedenen Plätzen am Samstagabend über die unkonventionellen Bühnen. Im Garten der Volkshochschule erklangen ebenso die Instrumente wie an der ehemaligen Synagoge, an der Marktkirche, dem Spielplatz in der Gartenstraße, der Eberlein-Passage und im Hinterhof der Familie Köller.

Erstmals war das Vorhaben 2013 von Kulturfreund Ahmet Pehlivan vom Café Cup ins Leben gerufen worden. 2015 erfolgte dann eine erfolgreiche Wiederholung. Auch dieses Mal hatte die Veranstaltung mit einem facettenreichen Potpourri an Konzerterlebnissen unter freiem Himmel einiges zu bieten. Das Wetter spielte am Wochenende darüber hinaus ebenso wunderbar mit.

Stimmgewaltig: Pia Viola Buchert (l.) und Meike Leluschko verzaubern die Zuhörer mit eindrucksvollen Gesangseinlagen. - © Raphael Bartling
Stimmgewaltig: Pia Viola Buchert (l.) und Meike Leluschko verzaubern die Zuhörer mit eindrucksvollen Gesangseinlagen. (© Raphael Bartling)

Gleich mehrere üppige Menschentrauben strömten in der Zeit von 17 bis 22 Uhr durch die Innenstadt auf der Suche nach dem nächstgelegenen Konzertereignis. Darüber hinaus hielten auch etliche Fußgänger und Radfahrer, die vorher nichts von der Aktion erfahren hatten, kurzerhand inne, um den Klängen der jeweiligen Künstler zu lauschen. Auf dem Weg durch Detmolds zum Teil pittoreske Hinterhöfe erlebte das Wanderpublikum die Detmolder Innenstadt von einer ganz anderen Seite.

Gepaart mit den einmaligen Kantaten und Kompositionen der Virtuosen dürfte das kulturelle Abendprogramm vielen der Besucher noch lange in Erinnerung bleiben. Inmitten von Blumenbeeten, unter Schatten spendenden Baumkronen und an urigen Bruchsteinmauern: Überall erklangen Werke von Bach, Schubert, Beethoven und anderen.

Die Tonkünstler traten für ihre Darbietungen in den verschiedensten Konstellationen auf. So waren in der Eberlein-Passage vermehrt Cello und Geigenklänge im Duett zu hören. Nahe des Spielplatzes an der Gartenstraße gab es mehrere Klavierkonzerte mit Begleitung von Flötisten oder Violinisten, während an der ehemaligen Synagoge die Zuhörer mit Harfen-Melodien und Operngesang verzaubert wurden. Außerdem waren unterschiedliche Percussion-Gruppen zu hören, die, genauso wie die Klänge von Marimba und Vibraphon, hervorragend zur sommerlich-entspannten Atmosphäre passten.

Andernorts intonierte ein Klarinettenensemble Kleszmer-Suiten und auch der ein oder andere Blechbläser war im Rahmen von „Musik im Hinterhof" zu vernehmen. Abwechslungsreich, unterhaltend und keineswegs überbordend kamen die Musik-Festspiele bei ihrer dritten Auflage in Detmold daher. Erst die einsetzende Dämmerung beendete den musikalischen Genuss.

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