Umbau 2017: So könnte die Dörentruper Batze künftig aussehen

Eine breite Rutsche für das Freibad - Der Beckenrand wird erhöht

Jens Rademacher

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Vor der Umgestaltung: das Freibad in Dörentrup. - © Archiv: Jens Rademacher
Vor der Umgestaltung: das Freibad in Dörentrup. (© Archiv: Jens Rademacher)

Dörentrup-Hillentrup. Im Dörentruper Freibad soll der Wasserspiegel steigen. Dafür wird der Beckenrand erhöht – und damit kann es auch eine breite Rutsche bekommen. Vorteil für Behinderte: Sie können mit dem Rollstuhl ans Becken fahren und leicht auf den erhöhten Rand rutschen.

Diesen Plan brachte Architekt Thorsten Schütze den Mitgliedern des Dörentruper Bau- und Planungsausschusses näher. Mit dem etwa 30 Zentimeter hohen Aufbau um das 50-Meter-Becken „können sich auch Ältere auf den Beckenrand setzen und die Füße ins Wasser heben. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht", sagte der Fachmann aus Hildesheim. Auch Kinder könnten nicht mehr ohne Weiteres ins Wasser fallen.

So könnte das Freibad künftig aussehen: Statt eines Sprungbretts könnte auch eine Kletterwand direkt am Becken aufgestellt werden. - © Schütze Planungsgesellschaft/Benjamin Möller
So könnte das Freibad künftig aussehen: Statt eines Sprungbretts könnte auch eine Kletterwand direkt am Becken aufgestellt werden. (© Schütze Planungsgesellschaft/Benjamin Möller)

Überdies sprächen technische Gründe für den erhöhten Beckenrand, der beim geplanten Umbau und der Modernisierung des 55 Jahre alten Freibads kommen soll: Die Wasserhöhe kann damit um etwa 30 Zentimeter steigen – Voraussetzung, um auf der Südostseite des Beckens eine breite Rutsche zu bauen. „Sonst erreichen wir nicht die vorgeschriebene Wassertiefe von einem Meter", sagte Architekt Schütze.

Eine Rutsche muss her – das sahen auch die Kommunalpolitiker so. Sie gaben grünes Licht dafür, wie vorgeschlagen weiterzuplanen. Der Umbau soll im kommenden Juni beginnen – das Freibad bliebe dann in der Saison 2017 geschlossen. Im Mai 2018 – so der Plan – wird das runderneuerte Freibad wiedereröffnet. Dann soll das Becken eine Edelstahlauskleidung haben – genauso wie mehrere andere Besonderheiten. So ist vorgesehen, den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich mit Hilfe einer Art Halbinsel zu trennen, die aus Richtung Liegewiese begehbar wäre.

Zwei 50-Meter-Bahnen würden erhalten bleiben, aber die Wasseroberfläche wird dadurch verkleinert – der Energieverbrauch sinkt. Hinzu kämen Elemente wie Nackenduschen und Massagedüsen im Schwimmerbereich. Bei einem höheren Wasserspiegel wäre auch ein Drei-Meter-Brett möglich. Schütze brachte als Alternative eine Kletterwand ins Spiel, von der man sich ins Wasser fallen lassen könnte. „Die ist attraktiver als ein Sprungbrett. Es gibt sie nicht so oft." Leise Zweifel, ob sich das realisieren ließe, hatte aber Bauamtsleiter Dirk Süllwold ob der Mehrkosten.

Anregungen, den höheren Beckenrand per Rampe besser zugänglich zu machen, nahm Schütze mit. Geplant ist überdies, auch das Kinderbecken zu erneuern. Neben einer Kleinkinderrutsche wird ein Sonnensegel geplant.

Entfallen werden dagegen wohl die Elemente, ohne die deutsche Freibäder bislang nicht denkbar waren: die „Durchschreitebecken", in denen zumindest die Füße nass werden. Die seien nicht mehr erforderlich, schon allein, weil die Badewassertechnik heute deutlich effizienter sei als früher, sagte Schütze. So wird das Bad komplett stufen- und damit barrierefrei. Statt der Durchschreitebecken sind drei neue Duschen vorgesehen.

Information
Die Kosten für den Umbau

Die Gemeinde Dörentrup kalkuliert mit Kosten von etwa 2,4 Millionen Euro für den Umbau des Freibades. Inbegriffen ist die Modernisierung der kompletten Technik, die noch aus dem Jahr 1981 stammt. Damit soll der Stromverbrauch des Freibads um etwa ein Drittel sinken. Für Bauamtsleiter Dirk Süllwold gibt es derzeit die glückliche Situation, dass Fördermittel für den barrierefreien Umbau zur Verfügung stehen.

Für die Gemeinde bliebe ein Eigenanteil von voraussichtlich 924.000 Euro. Auch das sei „eine Menge Holz", aber gut angelegtes Geld, meinte Süllwold, zumal am Ende ein „Bad mit super Technik" stehen werde, bei dem auch weniger Geld für Energie ausgegeben werden müsse.

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