Dörentruper planen ihre Friedhöfe für 2080

Jens Rademacher

  • 0
Künftig wohl einer von zwei „Hauptfriedhöfen": In Hillentrup sollen alle Bestattungsformen möglich sein. - © Jens Rademacher
Künftig wohl einer von zwei „Hauptfriedhöfen": In Hillentrup sollen alle Bestattungsformen möglich sein. (© Jens Rademacher)

Dörentrup. Das Jahr 2080 werde keiner der Anwesenden mehr erleben, stellte Thomas Hinze (Grüne) nüchtern fest. Doch für jenes Jahr wird in Dörentrup geplant. Denn es braucht einen sehr langen Vorlauf, um einen oder mehrere Friedhöfe zu schließen. Das ist das Ziel von Politik und Verwaltung. Hintergrund ist das hohe Defizit der fünf kommunalen Friedhöfe – etwa 67.000 Euro im vergangenen Jahr – und der Wandel der Bestattungskultur. So gibt es beispielsweise immer mehr Urnen- und weniger Erdbestattungen.

Welcher Friedhof nun in 63 Jahren geschlossen werden soll, haben die Politiker im Gemeindeentwicklungsausschuss noch nicht festgelegt. Es kristallisiert sich aber nach Beratungen in nicht-öffentlichen Sitzungen in den vergangenen Monaten heraus, dass es einen der kleineren treffen wird, also Schwelentrup, Spork oder Wendlinghausen. Die Verwaltung schlägt vor, auf diesen Friedhöfen in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr alle Bestattungsformen anzubieten. „Diese sollten Schritt für Schritt eingeschränkt werden", sagte Kämmerer Burkhard Rüther. Damit ein Friedhof 2080 geschlossen werden kann, darf es dort beispielsweise ab 2020 keine Sargbestattungen geben, denn die Nutzungsdauer kann bis zu 60 Jahre betragen.

Deshalb soll im Herbst dieses Jahres der politische Beschluss fallen, welche Einschränkungen auf welchen der drei Friedhöfe kommen. Erster Schritt wäre, keine Sargbeisetzungen in Erdwahlgräbern mehr zuzulassen – wie es in Spork bereits jetzt wegen der schwierigen Bodenverhältnisse der Fall ist.

Gute Karten haben dagegen die Friedhöfe in Hillentrup und Bega. Sie sind deutlich größer als die anderen und haben einen parkähnlichen Charakter. Sie sollen nach Rüthers Worten zu „Hauptfriedhöfen", auf denen weiterhin alle Bestattungsformen möglich sind. „Wir wissen nicht, wie die Bestattungsformen in zehn Jahren aussehen werden", sagte Rüther. In Bremen sei es beispielsweise schon erlaubt, Urnen im eigenen Garten beizusetzen. „Unsere Kinder oder Enkelkinder werden entscheiden", konstatierte Sabine Petig, weil der einstimmig gefasste Beschluss so weit in die Zukunft weist.

Information

Defizit soll sinken

Um das anhaltend hohe Defizit bei den Friedhöfen in den Griff zu bekommen, haben die Kommunalpolitiker im Gemeindeentwicklungsausschuss beschlossen, bei den Gebühren künftig die Höhe des Defizits festzulegen. Danach werden dann die Friedhofsgebühren berechnet. Fürs kommende Jahr geht die Dörentruper Gemeindeverwaltung von einem Minus in Höhe von rund 38.000 Euro aus. Das wäre deutlich weniger als in den Vorjahren. 2016 lag der Fehlbetrag bei etwa 67.000 Euro.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!