"Sikawild-Gehege" sorgt weiter für Gesprächsstoff

Eine hölzerne Angelegenheit

Von Wolf Scherzer

"Sikawild-Gehege" wird zum Politikum - © Dörentrup
"Sikawild-Gehege" wird zum Politikum (© Dörentrup)

Dörentrup-Schwelentrup. Das in Dörentrup geplante Sikawild-Gehege ist zuletzt am Veto des Beirates der Unteren Landschaftsbehörde gescheitert. Jetzt wird ein erneuter Anlauf unternommen, das Projekt zu verwirklichen.

Vor fast genau einem Jahr ist der Verein "Tiere im Dorf", der sich den Erhalt bedrohter Haus- und Nutztierrassen auf die Fahnen geschrieben hat, mit dem Projekt an die Öffentlichkeit getreten: Oberhalb des Forsthauses in Schwelentrup sollte ein Gehege für seltenes Sikawild angelegt werden. Dr. Rudolf Diekmeier sagte beim Pressetermin der LZ: "Der viet­namesische Sikahirsch ist eine vom Aussterben bedrohte Wildart, und ein Berliner Tierpark würde uns auch Tiere für eine Zuchtgruppe überlassen. "

Die Dörentruper haben vieles unternommen, um diese zwischenzeitlich auch zum offiziellen Projekt im nordlippischen Leader-Prozess gewordene Maßnahme in die Tat umzusetzen. So fuhr Anfang April dieses Jahres ein mit mehr als 40 Personen besetzter Bus nach Berlin, um sich im dortigen Tiergarten nicht nur das Sikawild anzuschauen, sondern vor allem von Klaus Rudloff informieren zu lassen. Rudloff führt das weltweite Zuchtbuch dieser Wildart und leitet seit Jahrzehnten die Zucht im Berliner Tiergarten.

Neuer Standort: Auf der hinter diesem Baumriesen liegenden großen Fläche am Försterweg in Schwelentrup soll das Sikawild sein Gehege bekommen. - © Foto: Scherzer
Neuer Standort: Auf der hinter diesem Baumriesen liegenden großen Fläche am Försterweg in Schwelentrup soll das Sikawild sein Gehege bekommen. (© Foto: Scherzer)

Diekmeier und weitere treibende Kräfte wie Thomas Hinze und Hartmut Pieper sowie Bürgermeister Friedrich Ehlert waren frohen Mutes, selbst wenn zwischenzeitlich von einer zweiten geplanten Fläche und einer Aussichtsterrasse Abstand genommen wurde, weil zu große Eingriffe in das geschützte Biotop gesehen wurden - bis Anfang Juli der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde sein Veto einlegte. In dessen ablehnender Begründung heißt es: Das Sikawild sei hier nicht heimisch, die Ansiedlung sollte daher nicht forciert werden. Weiterhin sei durch die geschlossene Wildgattereinzäunung eine Durchlässigkeit der Anlage für Wildwechsel nicht mehr gegeben, und außerdem werde eine mögliche zukünftige Erweiterung der Anlage befürchtet.

Spätestens mit dieser Entscheidung war das Gehege auch ein Thema für die Kreis-Politik. Der Ausschuss für Umwelt und Energie tagte Ende August im Dörentruper Rathaus und widersprach dem Beschluss des Beirates, doch für die Sitzung des Kreisausschusses am 24. September wurde das Thema kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Dörentrup habe einen neuen Standort gefunden, war als Begründung aus dem Kreishaus zu erfahren. Dieser befindet sich direkt am Försterweg und wird den Beirat in seiner Sitzung am 5. Dezember beschäftigen.

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