Zwei Gemeinden sind sich einig

Stephan Schmidtpeter wird neuer Pfarrer für Hillentrup und Spork-Wendlinghausen

Von Dieter Asbrock

Das gleiche Buch, ein anderer Altar: Stephan Schmidtpeter freut sich schon auf seine ersten Gottesdienste in Hillentrup und Spork-Wendlinghausen. - © Foto: Asbrock
Das gleiche Buch, ein anderer Altar: Stephan Schmidtpeter freut sich schon auf seine ersten Gottesdienste in Hillentrup und Spork-Wendlinghausen. (© Foto: Asbrock)

Dörentrup. Die evangelischen Kirchengemeinden Hillentrup und Spork-Wendlinghausen bekommen im Frühjahr einen neuen Pfarrer: Sie werden sich Stephan Schmidtpeter aus Varenholz teilen.

Bei der Suche nach einem neuen Geistlichen hatten sich beide Kirchengemeinden sehr bedeckt gehalten - "um die Person zu schützen", so Heinz Jäger, Kirchenvorstandsvorsitzender in Hillentrup, denn Schmidtpeter sei ja noch Pfarrer in Varenholz. Nun, da beide Kirchenvorstände einstimmig für Schmidtpeter gestimmt hätten, sei es die rechte Zeit, ihn zu präsentieren.

Die Vakanz war aufgetreten, weil Pastor Ralph Ober­krome nach 32 Jahren Dienst in Hillentrup zum Jahreswechsel in den Ruhestand ging und zeitgleich der Vertrag von Pastorin Sabine Hartung in Spork-Wendlinghausen auslief. Beide Stellen einfach neu zu besetzen war nicht möglich.

Beide Kirchengemeinden haben in den vergangenen Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung Mitglieder verloren. Mit 2.219 Gemeindemitgliedern in Hillentrup und 1.327 in Spork-Wendlinghausen erfüllen beide Kirchengemeinden für sich nicht das notwendige Quorum von 2.500 Mitgliedern für eine Pfarrstelle.

Also einigten sich beide Kirchenvorstände darauf, die rechnerisch 1,25 Pfarrstellen gemeinsam auszuschreiben. Ein Problem sei das nicht gewesen, sagte Bärbel Plonus, Kirchenvostandsvorsitzende in Spork-Wendlinghausen: "Unsere Kirchengemeinden waren immer schon eng miteinander verbunden, sodass wir schnell ein gemeinsames Profil erstellt hatten." Sie wie auch Jäger sind froh, dass die pfarrerlose Zeit vorbei ist: "Das ist immer ein hartes Stück Arbeit für die Kirchenvorstände."

Für die Pfarrstelle habe es mehrere Interessenten, aber nur wenige Bewerbungen gegeben. Letztlich habe Schmidtpeter mit seinem Probegottesdienst wie auch im persönlichen Gespräch überzeugt.
Vieles, was er an seiner neuen Wirkungsstätte vorfinde, komme seinen Neigungen entgegen – das ausgeprägte Musikprofil, das Südafrika-Projekt, der Einsatz für die Ökumene. "Es sind lebendige Gemeinden", hat er festgestellt. Und er kann auf einen großen Stab engagierter Ehrenamtlicher bauen.

Der wird dem 52-Jährigen von Nutzen sein, denn seine Hauptaufgabe wird es zunächst sein, die Arbeit für zwei bislang selbstständige Gemeinden zu organisieren und in beiden präsent zu sein. Seine "Schäflein" sollen aber nicht zu kurz kommen: "Ich möchte die Familien in meinen Gemeinden kennen lernen und mit Gottes Wort immer an der richtigen Stelle sein."

Persönlich
Stephan Schmidtpeter ist 52 Jahre alt und gebürtiger Lagenser. Die Entscheidung, Seelsorger zu werden, sei in ihm über einen längeren Zeitraum während des Zivildienstes und der CVJM-Zeit gereift, erklärte Schmidtpeter im Pressegespräch. Er studierte in Marburg, Amsterdam und Hamburg, absolvierte sein Vikariat in Blomberg und wurde 1992 Pfarrer in Varenholz. Er ist verheiratet mit Annette Weber, Lehrerin für Englisch und Religion. Das Paar rechnet damit, im April nach Hillentrup umziehen zu können. Der Landeskirchenrat wird Mitte Februar über die endgültige Berufung entscheiden

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