Kolpingsfamilie verpackt eine Tonne Hilfsgüter für litauische Kinder

Mitglieder haben zahlreiche Kleider- und Spielzeugspenden für Transport ins 1.600 Kilometer entfernte Dorf Medingenau verpackt

Tanja Watermann

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Hilfe für ein Dorf in Litauen: Marie-Theres Bockhorst-Thöne und Hans-Detlev Schmidtpeter von der Kolpingsfamilie verpacken mit Lenze-Mitarbeiter Rainer Eckermann (von links) die Kleider- und Spielzeugspenden für den etwa 1600 kilometerlangen Weg. - © Tanja Watermann
Hilfe für ein Dorf in Litauen: Marie-Theres Bockhorst-Thöne und Hans-Detlev Schmidtpeter von der Kolpingsfamilie verpacken mit Lenze-Mitarbeiter Rainer Eckermann (von links) die Kleider- und Spielzeugspenden für den etwa 1600 kilometerlangen Weg. (© Tanja Watermann)

Extertal-Bösingfeld. Winterkleidung, Spielsachen, Adventskalender und mehr: Mitglieder der Kolpingsfamilie Heilig-Geist Extertal-Bösingfeld haben jetzt Adventsspenden für Kinder in Litauen verpackt. Unzählige Kartons, Säcke und Taschen stapelten sich bei der Firma Lenze, die die Ehrenamtlichen dabei unterstützte.

Die Kleider- und Sachspenden sind für das etwa 1.600 Kilometer entfernte Dorf Medingenau in Litauen bestimmt. Bereits seit mehr als 20 Jahren unterstützt die Kolpingsfamilie das im Nordwesten des Landes gelegene Dorf, vor allem dessen kleine Schule.

Hans-Detlev Schmidtpeter vom Leitungsteam schätzt das Spendenvolumen in diesem Jahr auf knapp 1.000 Kilogramm. Unter den Spenden findet sich auch jede Menge Barbie-Spielzeug: Zwei Mädchen hätten sich davon getrennt und viele Puppen, Kleider, Pferde und ein Schloss auf den Weg nach Litauen geschickt. Den kostenlosen Transport der dort so dringend benötigten Spenden übernehme die Spedition Dachser.

Information
Die Kolpingsfamilie

Die Kolpingsfamilie Heilig-Geist Extertal-Bösingfeld wurde 1956 gegründet. Damals zählte sie etwa 20 Mitglieder, heute sind es 55 aller Altersgruppen. Die Kolpingsfamilie ist in der katholischen Kirche zu Hause und engagiert sich in Bereichen wie Bildung, Jugend- und Altenhilfe sowie Völkerverständigung. Neben der Partnergemeinde in Litauen unterstützen die Extertaler auch ein Waisenhaus in Indien. Weitere Infos gibt es unter www. kolpingextertal.de.

Die Geschichte der Patenschaft reicht zurück ins Jahr 1993. Damals lebte Loreta, ein katholisches Au-pair-Mädchen aus dem litauischen Dorf, für einige Zeit bei einer Extertaler Gastfamilie. Diese beschloss, die 19-Jährige nach dem Aufenthalt persönlich nach Hause zu bringen, um die Region, aus der das „Familienmitglied auf Zeit" stammte, kennen zu lernen.

Beim Treffen beider Familien wurde den Gästen aus Lippe schnell bewusst, in welcher Armut die Menschen dort lebten. „Es war Herbst, und obwohl es schon geschneit hatte, besaßen die Kinder keine Winterkleidung und auch keine warmen Schuhe", erinnert sich die Initiatorin der Hilfstransporte an die Anfänge zurück. „Selbst das Notwendigste fehlte in dem kleinen Dorf, so dass wir nach unserer Rückkehr schnell beschlossen haben, diesen Menschen zu helfen." Der Vater von Loreta arbeitete als Schulleiter in der Dorfschule mit 150 Kindern, die von der ersten bis zur neunten Klasse unterrichtet wurden.

Schon direkt nach der Rückkehr wurden die ersten Spenden gesammelt und verschickt, in den nächsten Jahren wuchs die Hilfsbereitschaft, und die Pakete wurden mit Privattransporten nach Litauen gebracht. Die Kolpingsfamilie sammelte fortan Kleiderspenden, Spielzeug und Geld, um die Hilfslieferungen aufrechterhalten zu können.

Dass viele Kinder durch die hohe Arbeitslosigkeit in großer Armut leben und Eltern ihren Nachwuchs nicht jeden Tag mit einer warmen Mahlzeit versorgen können, hat im Laufe der Jahre viele Menschen zum Spenden bewegt. Sogar ein VW-Bulli wurde als Privatspende zur Verfügung gestellt und fortan im Schülertransport eingesetzt.

Marie-Theres Bockhorst-Thöne (60), Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie, ist stolz auf das, was die Kolpingfamilie und die Gemeindemitglieder bewegen konnten. „Loretas Mutter ist Lehrerin an der kleinen Schule und hat dort eine Kleiderkammer eingerichtet, in der sich Bedürftige das ganze Jahr über mit Kleidung versorgen können."

Auch die ersten Computer in der Schule und elektrische Nähmaschinen habe die Kolpingsfamilie gestiftet. „Und der 1997 eingerichtete Kinderhort und die Schulküche wurden mit Geld- und Sachspenden unterstützt." Die Lieferung für die Schüler, samt Adventskalendern und Marzipan für die Lehrer, soll in diesen Tagen ankommen.

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