Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Extertal mag das Büro mit Ausblick

Jens Rademacher

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Das Büro dient der Aufgabe: Sven Oehlmann, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Extertal, duldet an seinem Arbeitsplatz am Firmensitz in Bösingfeld keinen Schickimicki. Dafür hat er die Nummern der 100 wichtigsten Mitarbeiter auf den Kurzwahltasten seines Telefons. - © Jens Rademacher
Das Büro dient der Aufgabe: Sven Oehlmann, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Extertal, duldet an seinem Arbeitsplatz am Firmensitz in Bösingfeld keinen Schickimicki. Dafür hat er die Nummern der 100 wichtigsten Mitarbeiter auf den Kurzwahltasten seines Telefons. (© Jens Rademacher)

Extertal-Bösingfeld. Eher nüchtern und schlicht: So beschreibt Sven Oehlmann sein Büro im zweiten Stock. „Kein Schickimicki", sagt der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Extertal (vbe). Dafür gibt es eine andere Besonderheit im Raum: Von der langen, halbrunden Fensterfront aus hat Sven Oehlmann einen exzellenten Ausblick auf den Betriebshof in Bösingfeld.

Auch als er im Jahr 2007 auf den Chefposten der Unternehmensgruppe vbe wechselte, blieb er in dem Büro. „Eben wegen dieses Ausblicks", erklärt der 54-Jährige, „ich sehe mich nun mal als Bestandteil des Betriebs." Links ist die Speditionshalle zu sehen, rechts das Logistikzentrum, hinten das Werkstattgebäude von 1927. Busse fahren ein und aus, Lkw starten.

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Vier Antworten
1. Ich bin derzeit sehr zufrieden, weil...
...
ich aktiv die Entwicklung der vbe-Unternehmensgruppe mitgestalten kann.

2. Gegenwärtig läuft es bei uns gut, weil...
... die vbe-Unternehmensgruppe sich dank allen Mitarbeitern eine hervorragende Marktposition erarbeitet hat.

3. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass...
... sich das Unternehmen weiter positiv entwickelt.

4. Meine Mittagspause verbringe ich...
... meist im Büro.

Es ist ein Betrieb mit 230 Mitarbeitern, 115 Bussen an fünf Standorten und 28 Speditions-Lkw, auf den Oehlmann da aus seinem Bürofenster im Verwaltungsbau neben den Schienen der Extertalbahn blickt – und ein Betrieb mit Geschichte.

Die Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1924. Damals wurden die vbe als Extertalbahn AG gegründet. „Das prägt das Unternehmen." Personen befördern die vbe nicht mehr auf der Schiene, auch wenn das Unternehmen, dessen Gesellschafter die Kreise Lippe und Schaumburg sowie die Stadt Rinteln sind, nach wie vor Eigentümer der Bahnstrecke bis Lemgo ist.

Wer heute in Lippe oder Schaumburg mit dem Bus unterwegs ist, sitzt auf vielen Linien in einem Fahrzeug des vbe-Tochterunternehmens Karl Köhne Omnibusbetriebe. Viel unterwegs ist denn auch der Geschäftsführer. Wenn er in seinem Büro ist, steht ihm auf dem Schreibtisch ein Telefon mit einer ganzen Batterie an Kurzwahltasten zur Verfügung – an die 100. „Um die wichtigsten Mitarbeiter schnell zu erreichen."

Der gebürtige Mecklenburger hat in Dresden Verkehrswesen mit den Schwerpunkten ÖPNV, Güterkraftverkehr, Eisenbahn und Logistik studiert – das passte wie die Faust aufs Auge. „Die vbe vereinen alles, was man versucht hat, mir beizubringen", sagt der Diplom-Ingenieur. Unter seiner Ägide verdoppelten sich Unternehmensgröße und Umsatz, berichtet der Chef, der in seinem Büro auch einen Besprechungstisch nebst Flipchart und Präsentationsbildschirm hat.

Und eine kleine Vitrine. Darin: Taschenlampen, Kugelschreiber, Kaffeetassen – Werbegeschenke der vbe. „Ich habe das Faible, alle zu sammeln", schmunzelt Oehlmann. Ein weiteres Faible ist der Erhalt alter Fahrzeuge. Da gibt es einen Köhne-Reisebus von 1953, ein Fahrzeug mit 90 PS, wie es die vbe früher eingesetzt haben. Das restaurierte Gefährt wird heute etwa für Hochzeiten vermietet.

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