Unternehmer will Röntgen-Brache in Silixen kaufen

Jens Rademacher

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Abrisskandidat: Das marode ehemalige Kesselwerk in Silixen. Archiv - © Archivfoto: Jens Rademacher
Abrisskandidat: Das marode ehemalige Kesselwerk in Silixen. Archiv (© Archivfoto: Jens Rademacher)

Extertal-Silixen. Die ehemalige Kesselfabrik in Silixen bekommt wahrscheinlich in Kürze einen neuen Eigentümer. Ein Extertaler Unternehmer will die Industriebrache nach Angaben von Nadine Reineke kaufen. „Ich erhoffe mir damit neue Möglichkeiten", sagte die Bauamtsleiterin.

Was genau der potenzielle neue Eigentümer mit dem Gelände vorhat, ist bislang nicht bekannt. Fakt ist aber, dass auf dem Gelände an der Industriestraße, das derzeit noch einem Unternehmen in Hannover gehört, seit Jahren Stillstand herrscht. Die Gebäude verfallen. Entstanden ist damit nach Einschätzung der Gemeinde ein „städtebaulicher Missstand".

Schon häufig haben sich die Kommunalpolitiker mit dem Thema befasst, sich zuletzt aber mehrheitlich dagegen ausgesprochen, Fördermittel für den Abriss zu beantragen – mit der Begründung, dass der Eigentümer in der Pflicht sei. Bemängelt wurde überdies, dass ein Konzept fehle, was nach dem Abriss mit dem Gelände passieren soll.

Parallel zur Bewegung bei den Eigentumsverhältnissen habe der Ausschuss für Bauen, Planen und Gemeindeentwicklung das „Signal" nach Silixen gesandt, dass das Projekt noch nicht gestorben sei, wie Reineke es formulierte.

Auch die Idee, im Herbst doch noch Fördermittel für einen Abriss zu beantragen, ist nicht vom Tisch. Denn die Röntgen-Brache liegt in einem „Sanierungsgebiet", das die Gemeinde festgelegt hat. Es ist Voraussetzung dafür, Geld aus dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden" zu beantragen. Das kann die Gemeinde Extertal im Herbst zum letzten Mal tun.

Der Beschluss im Ausschuss fiel mit einer Mehrheit von SPD und UWE. Für die CDU bestand nach den Worten von Heinrich-Wilhelm Tölle aber „kein Handlungsbedarf", über dieses Thema abzustimmen: „Es gibt keinen neuen Sachstand."

Vorausgegangen war ein fraktionsübergreifender „Initiativ-Antrag Silixer Kommunalpolitiker". Darin machten sich im Dezember die sieben Unterzeichner dafür stark, dass die Gemeindeverwaltung nach Nachnutzungsmöglichkeiten für den ehemaligen BHSR-Industriekomplex suchen sollte.

Diesen Auftrag hat sie nun von der Politik bekommen: Sie prüft, ob nach einem Abriss planungsrechtlich auf der Fläche neben einem Gewerbe- auch ein Wohngebiet möglich wäre. Für Letzteres müsste allerdings noch untersucht werden, ob es Altlasten auf dem Gelände gibt.

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Die Besitzer haben häufig gewechselt

Der Betrieb im BHSR-Industriekomplex in Silixen ruht schon seit Mitte der 1990er Jahre. Das frühere Radiatorenwerk wird noch teilweise genutzt, das ehemalige Kesselwerk und der Verwaltungstrakt der Firma stehen leer. Etwa 3000 Quadratmeter Grundfläche hat das Gebäude, das im August 1958 gebaut wurde und in dem die Firma Röntgen Heizungskessel produzierte; das angrenzende Werksgebäude, das sich heute mehrere kleinere Betriebe teilen, entstand 1961. Die Besitzer wechselten häufig, nachdem die Firma in den 1980er Jahren in die Insolvenz gegangen war. Auf Röntgen folgten Spänex , zuletzt BHSR. Nach Einschätzung der sieben Silixer Kommunalpolitiker, die sich jüngst mit dem Thema befasst haben, müssen die maroden Gebäudeteile abgerissen werden.

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