Ladestation wartet am Extertaler Rathaus auf E-Autos

Marlen Grote

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Der Strom fließt: (von links) Manfred Schäfer (Westfalen Weser Netz), Bürgermeisterin Monika Rehmert, Ulrich Eichmann (Westfalen Weser Netz) und Mike Süggeler nehmen die Ladesäule in Betrieb. - © Marlen Grote
Der Strom fließt: (von links) Manfred Schäfer (Westfalen Weser Netz), Bürgermeisterin Monika Rehmert, Ulrich Eichmann (Westfalen Weser Netz) und Mike Süggeler nehmen die Ladesäule in Betrieb. (© Marlen Grote)

Extertal-Bösingfeld. Die Stromtankstelle ist fertig, aber das Auto fehlt noch: In Extertal ist die Ladesäule vor dem Rathaus in Betrieb genommen worden. An der Station soll auch ein Fiat 500 des Carsharing-Anbieters „App 2 Drive" auf Kunden warten; wegen technischer Probleme wird das Fahrzeug allerdings verspätet ausgeliefert.

Die Ladesäule ist jedoch nicht nur dem Leihwagen vorbehalten. An zwei Steckdosen können Fahrzeuge geladen werden – eine davon steht allen Elektro-Fahrzeugen zur Verfügung. Um sie nutzen zu können, müssen Nutzer entweder über eine App registriert sein oder einen QR-Code auf der Ladesäule scannen. Dann können sie ihr Auto für 35 Cent pro Kilowattstunde auftanken.

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Auch Strom kostet

„PlugSurfing" heißt die App, mit der die neue Ladesäule in Bösingfeld freigeschaltet wird. Über die App können Autofahrer die nächste der 45.000 registrierten Stromtankstellen finden und nutzen. Über das Programm wird auch bezahlt. Der Strom kostet ein paar Cent mehr als beim Hausanschluss – enthalten sind die Unterhaltungskosten für Ladesäule und Störungshotline. Der Strom für 100 Kilometer kostet je nach Auto etwa sieben Euro.

Ein Carsharin-Anbieter wird Stammkunde

Hundertprozentig in Betrieb ist die Ladesäule erst, wenn auch der Leihwagen dort steht. Denn das sei das Besondere an dieser Ladesäule, erklärt Mike Süggeler von Westfalen Weser Netz. Der Netzbetreiber hat inzwischen 30 Ladestationen in seinem Gebiet aufgestellt, aber hier wird das erste Mal auch ein Carsharing-Anbieter Stammkunde.

Das Konzept: „Wir stellen die Infrastruktur, der Carsharing-Anbieter Fahrzeuge", fasst Süggeler die Situation zusammen, die für alle einen Gewinn bringen soll. Denn: Für Autobesitzer oder Carsharing-Nutzer ist die Energiezufuhr gesichert, und der Netzanbieter hat einen verlässlichen Abnehmer.

Dabei rechnen die Partner nicht mit Bösingfeldern, die hier ihr Elektroauto aufladen. „Die Einheimischen laden ihr Fahrzeug zu Hause über Nacht auf", vermutet Süggeler. Interessant sei das neue Angebot für Auswärtige: „Man schaut dann schon: Wo ist die nächste Ladestation?" So werde Extertal für Besitzer solcher Fahrzeuge ein attraktiveres Ziel.

Hier könnten sie zentral parken und gleichzeitig tanken. Das werde immer mehr genutzt: „Wir hatten anfangs an unseren Säulen im Schnitt einen Nutzer in der Woche, seit Januar steigt das deutlich. Inzwischen ist es einer am Tag", sagt Süggeler. Der Carsharing-Wagen dagegen zielt auf die Menschen in Extertal.

Die Ladezeiten sind unterschiedlich

Die Ladezeit sei unterschiedlich, erklärt Süggeler. Mit der Leistung von 22 Kilowatt könnten viele Modelle innerhalb einer Stunde Strom für 100 Kilometer tanken. Und wer angeschlossen ist, darf auch länger als die ansonsten erlaubte Stunde stehen bleiben. Dafür wird der Parkplatz an der Ladesäule noch gesondert markiert. Die Ladesäule, deren Innenleben von lippischen Firmen stammt, soll eine weitere Lücke im Netz der Elektrotankstellen schließen, betont Extertaler Bürgermeisterin Monika Rehmert. Die Mitarbeiter von Westfalen-Weser planen insgesamt 100 Ladesäulen im Netzgebiet.

Bleibt die Frage, wann das Carsharing startet. Die Extertaler Verwaltung geht davon aus, dass das Auto bis Ende des Monats zur Verfügung steht. Weitere Fahrzeuge (Benziner) sollen in Almena und Silixen stehen, an letzterem Standort sogar ein Transporter.

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