Bösingfelder Zentrum soll Klima-Vorbild sein

Von Thomas Reineke

Der historische Ortskern und die südlich angrenzende Siedlung aus der Nachkriegszeit sollen auf Energiesparmöglichkeiten untersucht werden. - © Foto: Geobasisdaten Kreis Lippe
Der historische Ortskern und die südlich angrenzende Siedlung aus der Nachkriegszeit sollen auf Energiesparmöglichkeiten untersucht werden. (© Foto: Geobasisdaten Kreis Lippe)

Gemeinde profitiert von bundesweiten Förderprogramm für energetische Sanierung

Extertal-Bösingfeld. Sparsam mit Energie umgehen - Extertal soll in dieser Zukunftsfrage eine Vorreiterrolle spielen. Die Gemeinde ist eine von sieben Pilotkommunen in NRW. Davon können später auch die Bewohner profitieren.
Die schriftliche Bestätigung steht noch aus, "aber durch einen Anruf wissen wir es schon", sagt Bürgermeister Hans Hoppenberg.

Extertal erhält vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Förderung im hohen fünfstelligen Bereich aus dem Programm "Energetische Stadtsanierung". Die Gemeinde hatte sich über eine Expertise der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK, Bielefeld) mit dem erweiterten Ortskern von Bösingfeld um die Aufnahme beworben.
 
Extertal erhielt jetzt als eine von nur sieben Kommunen in ganz NRW den Zuschlag.  
Wie geht es weiter? Mit einem Gesamtetat von 64.000 Euro - Eigenanteil Gemeinde: 9.600 Euro - soll ein Gutachterbüro beauftragt werden, die Einsparpotenziale in dem ausgewählten Quartier zu ermitteln und Vorschläge für konkrete Maßnahmen zu erarbeiten. Das Untersuchungsgebiet umfasst die Nord-, Mittel- und Südstraße, die Hummerbrucher Straße, Richard-Wagner-Straße, Hackemack und Festplatz.

Der Gutachter betrachtet sowohl die privaten wie die öffentlichen Bauten, "klingelt aber nicht an den Türen", wie Stadtplaner Carsten Lottner von der DSK sagt. Die Hauseigentümer sollen in öffentlichen Veranstaltungen über das Projekt informiert werden. "Darüber soll sondiert werden, wie groß die Bereitschaft zu möglichen späteren Sanierungen ist", so Lottner.

Zeichnet sich in Bösingfeld ein großes Potenzial (und ein starker Wille) zum Energiesparen und für den Umweltschutz ab, kann die Gemeinde anschließend wieder einen Förderantrag stellen. Mit dem Geld hieraus würde ein "Sanierungsmanager" auf Zeit eingestellt, der unter anderem die Hausherren über mögliche Förderungen informiert. "Das ist mittlerweile einigermaßen unübersichtlich geworden, weil es mehrere verschiedene Töpfe gibt", sagt Lottner.

Er wirbt dafür, sich an dem Projekt zu beteiligen: "Das dient nicht nur dem Klima- und Umweltschutz, sondern hilft auch enorm, die eigene Immobilie marktgerecht zu halten."

Information
Quartier im Fokus

Das Untersuchungsgebiet für das Programm "Energetische Stadtsanierung" umfasst laut den Bewerbungsunterlagen den historischen Ortskern von Bösingfeld mit denkmalgeschützten Häusern und südlich angrenzende Wohngebiete aus der Nachkriegszeit. Es ist insgesamt 59 Hektar groß. Die Gemeinde ist stark vom demografischen Wandel betroffen. Sie hat in den vergangenen zehn Jahren knapp zehn Prozent ihrer Bevölkerung verloren und zählt heute rund 12.100 Einwohner. Die "Energetische Stadtsanierung" soll wie das Städtebauförderprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden", in das die Gemeinde in 2010 aufgenommen worden ist, dazu beitragen, sie als Wohnort attraktiv zu halten und zukunftsfähig zu machen. Dazu will sich Extertal weiter als klimafreundliche Kommune profilieren. (Rei)

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