Extertaler bohren nach neuem Wasser

Geplanter Tiefenbrunnen soll Versorgung der Gemeinde langfristig sichern

Von Wolf Scherzer

Eine der jüngsten Maßnahmen ist der 2009 eingeweihte Hochbehälter in Almena, der etwa 600.000 Euro gekostet hat. - © ArchivFoto: Scherzer
Eine der jüngsten Maßnahmen ist der 2009 eingeweihte Hochbehälter in Almena, der etwa 600.000 Euro gekostet hat. (© ArchivFoto: Scherzer)

Extertal (sch). Die Trinkwasserversorgung hat der Gemeinde Extertal in der jüngeren Vergangenheit Probleme bereitet. Ein neuer Tiefenbrunnen ist schon länger im Gespräch, jetzt nimmt der Bau konkrete Formen an.

Vor einem Jahr haben die Wirtschaftsbetriebe Extertal der Kommune unterbreitet, dass ein neuer Brunnen für notwendig erachtet wird, um die Wasserversorgung langfristig sichern zu können. Denn zwei Ereignisse hatten zu Engpässen geführt - vor etwa fünf Jahren musste der Brunnen in Asmissen, Anfang des vergangenen Jahres einer in Silixen saniert werden (Kasten). Diese Probleme sind Geschichte, die regelmäßigen Kontrollen bescheinigen dem Extertaler  Trinkwasser eine sehr gute Qualität, und solange kein Brunnen ausfällt, ist  die Versorgung  gesichert - doch die Wirtschaftsbetriebe wollen nichts dem Zufall überlassen.

Information
Bakterien und Sand:
Für Probleme hat besonders gesorgt, als 2007 im Asmisser Brunnen bakterielle Verunreinigungen festgestellt worden waren. Auch aufgrund seines baulichen Zustandes wurde er vollständig saniert, doch 2010 kam es infolge einer nicht fristgerechten Fertigstellung zum Engpass - und der konnte nur mit großem Einsatz der Feuerwehr Extertal und des Technischen Hilfswerkes aus Lemgo überbrückt werden. Die Sanierung des Brunnens "Silixen III" war nach einer Versandung notwendig geworden.

Zwischenzeitlich ist für den dann elften Tiefenbrunnen in Extertal ein Standort gefunden worden. Der befindet sich auf dem Hilkerberg in der Nähe von Fütig, und dort soll jetzt erst einmal eine Probebohrung die Frage beantworten, ob der Standort auch geeignet ist. Im Betriebsausschuss der Gemeinde wurde die Verwaltung beauftragt, die Probebohrung in Auftrag zu geben. Hubertus Fricke, der Leiter der Wirtschaftsbetriebe, sagte dazu auf Nachfrage der LZ: "Die Maßnahme wird jetzt ausgeschrieben und soll dann auch kurzfristig umgesetzt werden."

Lange würden diese Bohrung nicht dauern, Fricke geht von "nur ein paar Tagen" aus. Zu den Kosten könne zum jetzigen Zeitpunkt wenig gesagt werden, das hänge auch davon ab, wann brauchbares Wasser gefunden werde. Fricke rechnet damit, dass bis zu einer  Tiefe von 80 Metern gebohrt wird.  Das hätte auch den Vorteil: In diesem Fall fällt das Vorhaben nicht unter das Bergrecht, denn erst ab einer Bohrtiefe von 100 Metern muss das zuständige Bergamt beim Regierungspräsident in Arnsberg eingeschaltet werden.

In Fütig gibt es bereits zwei Brunnen, deren mögliche Nutzung die Wirtschaftsbetriebe überprüft haben. Dazu heißt es in der Vorlage für den Betriebsausschuss: "Einer der ehemaligen Molkereibrunnen kann grundsätzlich genutzt werden, das Rohwasser ist wegen des hohen Sulfatgehalts aber nicht ohne Aufbereitung als Trinkwasser geeignet." Und der ehemalige Brunnen "Am Siek" sei wegen mikrobiologischer Probleme bereits aufgegeben worden - zu deren Beseitigung müsste der Brunnen komplett neu gebaut werden.

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