Freilichtbühne Bellenberg feiert Premiere von „Im Weißen Rössl“ vor vollem Haus

Am Wolfgangsee sind alle Plätze besetzt

Torben Gocke

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Badevergnügen am Wolfgangssee: Der schöne Sigismund (Lukas Hollmichel) umwirbt die hübsche Tochter des Forschers Hinzelmann, Klärchen (links). - © Torben Gocke
Badevergnügen am Wolfgangssee: Der schöne Sigismund (Lukas Hollmichel) umwirbt die hübsche Tochter des Forschers Hinzelmann, Klärchen (links). (© Torben Gocke)

Horn-Bad Meinberg/Bellenberg. Nichts ging mehr in den Zuschauerreihen der Freilichtbühne Bellenberg. Zur Premiere des letzten Stückes ihrer Saison platzte der Zuschauerraum in Bellenberg aus allen Nähten.

Es dauerte eine kleine Weile, bis der Appell von Bühnenchefin Ursula Tölle fruchtete. Zur Begrüßung der Gäste hatte die Vorsitzende des Bühnenvereins dazu aufgerufen: „Haben Sie Spaß und singen Sie mit!“ Als dann wenig später das gesamte, gut 40-köpfige Ensemble vor der liebevoll gestalteten Alpenpanorama-Kulisse versammelt stand und erstmals den Ohrwurm des Abends, „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür“ anstimmte, blieb es noch vergleichsweise ruhig in den Reihen der Zuschauer: Noch beschränkten sich diese auf den bloßen Genuss des Gezeigten und einen kräftigen Zwischenapplaus.

Spätestens zur ersten gesanglichen Einlage von Oberkellner Leopold (Jens Kanne) war es dann jedoch um die Passivität des Publikums geschehen. Fleißig und beschwingt sangen die Zuschauer mit – wann immer im folgenden Verlauf des Stückes die locker-fröhlichen Klänge der titelstiftenden Melodie Ralph Benatzkys zu hören waren.

Das Schicksal des Herrn Obers Leopold bildete dann in der Folge die thematische Grundlage für die abwechslungsreiche und tragisch-fröhliche Handlung. Seine vermeintlich einseitige Liebe zur Wirtin des Weißen Rössl und damit seiner Chefin Josepha (Daniela Wieneke) sorgte für die erforderlichen Verwicklungen und kleinen Intrigenspiele, die das Stück zum Leben erwecken. Räumlich und sprachlich mussten sich die Lipper dabei ein wenig umstellen, schließlich galt es, dem alpinen Umfeld gerecht zu werden und immer wieder mit dem Beherrschen der österreicherischen Mundart zu glänzen.

Ein Umfeld, in dem die Bellenberger die Stärken ihrer Schauspielkunst gekonnt inszenieren konnten – um entsprechend kräftigen Jubel und Beifall brauchte sich das Ensemble um Spielleiterin Christine Federschmid keine Sorgen machen. Den Zuschauern wurde dabei die gesamte Spannbreite der Bühne geboten, von kleinen Einzeldarbietungen, über verliebte Duette, bis hin zu großen Gruppenchoreografien über den gesamten Raum der Bühne verteilt. Insbesondere die großen Sprechrollen und Gesangssoli zogen immer wieder Ovationen im Stehen nach sich – gekrönt vom abschließenden, donnernden Applaus des Abends. Im Anschluss an das Stück feierten Schauspieler, Mitwirkende und Gäste die gelungene Premiere noch bis in die Nacht hinein.

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