Gaststpiel „Ladies Night“ begeistert auch die Herren im Publikum

In Bellenberg fallen alle Hüllen

André Gallisch

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Nackte Tatsachen: Beim Finale der „Ladies Night“ ziehen die „Wilden Stiere“ (von links) Boris (Fiet Krause), Rolf (Thomas Schmidt), Manni (Andreas Finke), Gerd (Holger Weglage) und Gavin (Maximilian Rinne) auf der Freilichtbühne Bellenberg tatsächlich blank. - © André Gallisch
Nackte Tatsachen: Beim Finale der „Ladies Night“ ziehen die „Wilden Stiere“ (von links) Boris (Fiet Krause), Rolf (Thomas Schmidt), Manni (Andreas Finke), Gerd (Holger Weglage) und Gavin (Maximilian Rinne) auf der Freilichtbühne Bellenberg tatsächlich blank. (© André Gallisch)

Horn-Bad Meinberg/Bellenberg. Eine Truppe Männer hat eine aberwitzige Idee: Wir verdienen unser Geld künftig mit einer Men-Strip-Show. Was dabei heraus gekommen ist, hat am Samstag die Wände der Freilichtbühne Bellenberg zum Wackeln gebracht.

Ohrenbetäubendes Gekreische aus weiblichen Kehlen erfüllte die Arena der Bellenberger Bühne. Doch nicht George Clooney war verantwortlich dafür, dass vor allem die Frauen unter den mehr als 800 Zuschauern auf der ausverkauften Tribüne sich kaum noch halten konnten. Das Herrenquintett der befreundeten Freilichtbühne Greven-Reckenfeld sorgte mit viel nackter Haut in seiner „Ladies Night“ für dieses große Spektakel.

Der ewig in Geldnöten steckende Rolf (Thomas Schmidt), der prollige Manni (Andreas Finke) und der eher verklemmte, untersetzte Gerd (Holger Weglage) beschließen, ihren chronischen finanziellen Sorgen als Stripper-Truppe zu begegnen. Derber Witz, aber vor allem die Tatsache, dass die drei sehr unterschiedlichen Charaktere eigentlich nicht wissen, was sie tun müssen, um das Vorbild der „Chippendales“ zu übertreffen, bieten eine Menge Situationskomik. Das Lachen und Prusten im Publikum findet kaum ein Ende.

Erst recht nicht, als Manni mit einem Playboy-Ausklapp-Poster und Spiegel einmal ganz für sich den ersten Strip probt. Mit dem tuntigen Gavin (Maximilian Rinne), von dessen Vorzügen sich die anderen beim ersten Vortanzen inklusive fallender Hosen überzeugen, und dem russischstämmigen, guten Tänzer Boris (Fiet Krause) komplettiert sich das Ensemble, ohne aber wirklich eine Show zustande zu bringen. Rolfs HSV-T-Shirt mit der großen Aufschrift „Relegations-Titelverteidiger“ scheint Sinnbild des fünfköpfigen Chaosteams zu sein.

Doch dann übernimmt die von den Männern bislang eher belächelte Toilettenfrau Susi, ehemalige Tanzlehrerin und Stripperin, die Choreographie. Claudia Wähnhardt, die zuvor schon immer am Rande des Geschehens mit einer Charakterstudie dieser von Alkohol und Tabletten zerstörten Frau glänzt, ist der eigentlich Star der Aufführung.

Sie bereitet das Quintett dann auch auf den großen Auftritt in „Charleys Pub“ vor. Dieser scheint im letzten Moment zu scheitern, als die Fünf bemerken, dass entgegen der Absprache zur „Ladies Night“ auch Männer als Zuschauer im Saal sitzen. Jetzt kommt die große Stunde des bis dahin so schüchternen Gerd, der die anderen mit einem flammenden Appell auf die Bühne treibt. Dort fallen zum Finale in einem Meer aus rotem, grünem und blauen Licht tatsächlich alle Hüllen.

Mit geschickt ins Programm eingearbeiteten Mützen amerikanischer Polizisten sorgen die „Wilden Stiere“ aber dafür, dass niemand vor Scham die Augen schließen muss...

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