Neuankömmlinge sind beim „Café International“ dankbar für Anteilnahme

Diese Hilfe ist unverzichtbar

Arnold Pöhlker

Reger Gedankenaustausch: Im „Café International" im evangelisch-reformierten Gemeindehaus in Bad Meinberg nutzen Einheimische die Gelegenheit, um in entspannter Atmosphäre mit Geflüchteten ins Gespräch zu kommen. Dabei spielen auch Brettspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht" und „Mühle" eine Rolle. - © Arnold Pöhlker
Reger Gedankenaustausch: Im „Café International" im evangelisch-reformierten Gemeindehaus in Bad Meinberg nutzen Einheimische die Gelegenheit, um in entspannter Atmosphäre mit Geflüchteten ins Gespräch zu kommen. Dabei spielen auch Brettspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht" und „Mühle" eine Rolle. (© Arnold Pöhlker)

Horn-Bad Meinberg. Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland ist groß. Das geht auch an Horn-Bad Meinberg nicht spurlos vorbei. Viele Bürger bringen sich ein, um den Flüchtlingen in der Stadt den Start auf ungewohntem Terrain zu erleichtern – zum Beispiel im „Café International".

Begleitend dazu gibt es ein Beratungsangebot in Asylfragen und Behördenangelegenheiten. „Schon beim ersten Nachmittag fanden 20 Flüchtlinge den Weg zu uns. Die Zahl variiert heute zwischen 25 und 30 Teilnehmern", berichtet Steffi Dreier. Sie ist eine der Mitorganisatoren des Begegnungscafés neben Andreas J.G. Mickel, der wie Dreier regelmäßig Deutschunterricht erteilt, sowie Erika Berghahn und Karin Klare. Zum Kümmerer-Team gehören außerdem Kurt Brömmelmeier, Fabian Roll und Erika Wetzel.

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Nach einem Treffen kirchlicher Vertreter ist im vergangenen Jahr ein regelmäßiges Beratungsangebot entstanden. Dafür zeichnet Andreas Rottmann von der „Flüchtlingshilfe Lippe" verantwortlich. Es beginnt um 13 Uhr. Zudem hat sich inzwischen das „Café International" etabliert. Das beginnt um 15 Uhr. Beide Veranstaltungen finden im evangelisch-reformierten Gemeindehaus in Bad Meinberg statt – und zwar an jedem dritten Donnerstag im Monat. Nächster Termin ist am 17. März.

Die Initiative geht auf Pfarrer Matthias Zizelmann (Horn-Bad Meinberg) und Dieter Bökemeier (Detmold) als Flüchtlingsbeauftragter der Landeskirche zurück. Im Herbst 2015 hatten beide zu einem Treffen eingeladen, um herauszufinden, was von kirchlicher Seite für Flüchtlinge über das bestehende Engagement hinaus getan werden kann. Mehrere Ehrenamtliche helfen seitdem wechselweise bei diesem Begegnungsnachmittag mit und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung.

Die Tische im Gemeindehaus sind liebevoll gedeckt. Alle Gäste finden ein reichhaltiges Gebäckangebot – gebacken und gespendet von den ehrenamtlichen Helfern. Besucher aus Eritrea, Syrien, Albanien, Afghanistan und Nigeria sind dabei.

Ein weites Herz für Menschen in Not

An einem Tisch geht es sehr lebhaft zu: Hier spielt eine internationale Runde „Mensch ärgere Dich nicht". An einem anderen Tisch steht „Mühle" im Mittelpunkt. An allen Tischen wird intensiv miteinander gesprochen. Die Flüchtlinge spüren, dass man Zeit für sie hat und sie auch über Persönliches sprechen können. Die Neuankömmlinge sind ehrgeizig, sich möglichst auf Deutsch zu unterhalten.

Sie sind dankbar für die einheimischen Gesprächspartner und deren Anteilnahme. Klaus Zauner und Hans-Jürgen Arndt nehmen die Gelegenheit wahr, einfach mal im Gemeindehaus vorbeizuschauen, um mit Geflüchteten ins Gespräch zu kommen und sich da und dort nützlich zu machen. Das Begegnungscafé sei eben nicht darauf beschränkt, Flüchtlingen Kontakte zu ermöglichen, erklärt Dreier. Man wolle auch Einheimische ansprechen, herzukommen und den Nachmittag hier zu verbringen.

Ein großes Herz für Menschen in Not hat auch Karin Klare. Sie sorgt für die Getränke und Naschereien. Zwischendurch findet sie Gelegenheit, mit Kindern Ballspiele zu machen. „Ich habe Zeit, möchte etwas Nützliches tun und Menschen helfen, die viel Schlimmes erlebt haben", erklärt sie.

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