Feldrom - Veldrom - Kempenfeldrom: Neues Buch über die Ortsgeschichten

Manfred Brinkmeier

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Historisches Bild: Das Foto zeigt den Schmied Georg Balke (links) mit Johannes Glitz und einem Mädchen, dessen Name nicht mehr bekannt ist. - © Privat
Historisches Bild: Das Foto zeigt den Schmied Georg Balke (links) mit Johannes Glitz und einem Mädchen, dessen Name nicht mehr bekannt ist. (© Privat)

Horn-Bad Meinberg/Kempenfeldrom/Feldrom/Veldrom. Heute unterscheiden sich beide Ortsnamen nur durch einen Buchstaben. Das war nicht immer so: Früher lagen Welten zwischen ihnen – Veldrom war preußisch und Feldrom lippisch.

Und dann gibt es da noch Kempenfeldrom, was die ganze Sache für Außenstehende nicht einfacher macht. Über alle drei Orte hat Willy Gerking ein Buch geschrieben, das am Samstag, 3. Dezember, der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Das Buch trägt den Titel „Aus der älteren Geschichte der Dörfer Feldrom – Kempen – Veldrom". Auf das Thema ist Willy Gerking durch seinen Kontakt zu Johannes Glitz gekommen, der in Kempen einen Campingplatz und ein Traktoren-Museum betreibt. „Glitz hatte alte Unterlagen, die er nicht lesen konnte. Als ich mich mit ihnen beschäftigt habe, habe ich schnell festgestellt, um was für einen tollen Fundus es sich dabei handelt."

So habe er beispielsweise darüber gelesen, dass mal ein Grenzstein umgefallen sei. Daraus habe sich dann ein unglaublicher Schriftverkehr entwickelt. Willy Gerking: „Es ist ein Wahnsinn, mit was manche Menschen früher ihre Zeit verschwendet haben."

Nach und nach erfuhr der Autor immer mehr Dinge aus der Geschichte der Ortschaften. So habe sich dort auf nassen Wiesen Raseneisenerz ziemlich dicht unterhalb der Erdoberfläche befunden. Das haben Menschen zur Eisenerzeugung genutzt. Seinerzeit habe es auch Köhlereien in der Gegend gegeben. Zudem seien Glas und Ziegelsteine hergestellt worden.

Willy Gerking: „Ich stelle in dem Buch die gesamten Facetten dar, die das Leben so schreibt. Dazu gehört die Entstehungsgeschichte der drei Dörfer. Es geht aber auch um die Entwicklung der Besiedlung." Ausgangspunkt seien dabei die Interessen zweier Grundherrschaften gewesen – die der Grafschaft Lippe und die des Fürstbistums Paderborn.

Beide hätten die Hoheit über Grund und Boden in einer bis dahin menschenleeren Gegend haben wollen – durch die aber wichtige überregionale Wege führten. Deshalb seien im 16. Jahrhundert die Grenzen gezogen – und fortan Zoll erhoben worden.

Für die ersten Siedler sei es aber nicht leicht gewesen, sich auf dem Egge-Rücken niederzulassen. Der Buchautor: „Die Menschen litten unter den schlechten Böden und den extremen klimatischen Bedingungen. So hat die Lage am Eggegebirge schon immer zu viel Regen geführt."

Aber nicht nur das: Selbst an der Velmerstot spürten die Menschen auch die Folgen eines Vulkanausbruchs am anderen Ende der Welt. 1815 explodierte der Tambora auf der Insel Sumbawa (Indonesien). Das Ereignis gilt als größter Vulkanausbruch der vergangenen 10.000 Jahre und hat auch hierzulande Missernten hervorgerufen.

Auch der Siebenjährige und zuvor der Dreißigjährige Krieg brachten Armut über die Dorfbevölkerung. „Solche Entwicklungen haben dann immer wieder mal zu Auswanderungen nach Amerika geführt – wie überall in Lippe. Daran wird deutlich, wie spannend Geschichte sein kann", macht Willy Gerking Geschmack auf die neue Buchveröffentlichung.

Information

300 Exemplare sind erhältlich beim Heimatverein

Anfang des Jahres hat der Heimat- und Verkehrsverein Kempenfeldrom/Veldrom Willy Gerking mit der Buchveröffentlichung beauftragt. Dann ging es für ihn an das intensive Durchforsten von Akten in den Landesarchiven in Detmold und Münster. Auch Kirchenbücher des Generalvikariats Paderborn hat er untersucht.

Dabei herausgekommen ist ein Buch mit 230 Seiten, in dem auch 80 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen sowie Karten enthalten sind. Die erste Auflage hat 300 Exemplare und ist zum Preis von 20 Euro beim Heimat- und Verkehrsverein zu erhalten.

Der Öffentlichkeit wird das Buch am Samstag, 3. Dezember, in der Scheune von Johannes Glitz in Kempen beim Traktoren-Museum, Kempener Straße 33, vorgestellt. Los geht es um 17 Uhr.

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