Viel nackte Haut auf der Freilichtbühne Bellenberg

André Gallisch

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Beim "Time Warp" aus der "Rocky Horror Picture Show" darf Benjamin Oehls dem Publikum auch seinen Fast entblößten Po entgegenstrecken. - © André Gallisch
Beim "Time Warp" aus der "Rocky Horror Picture Show" darf Benjamin Oehls dem Publikum auch seinen Fast entblößten Po entgegenstrecken. (© André Gallisch)

Horn-Bad Meinberg/Bellenberg. Sie haben es wieder getan. Nach dem phänomenalen Erfolg von „Hello Again" im Vorjahr, zeigte das Ensemble der Freilichtbühne Bellenberg erneut diese tolle Musikrevue. Zwei Abende mit voller Hütte, begeisternden Darstellern und einem Publikum in toller Partylaune.

„Probier’s mal mit Gemütlichkeit", schlug Dschungelbuch-Ikone Balu (Bastian Bühler) dem Publikum schon recht früh an diesem Abend vor. Was folgte, war ein rasantes Feuerwerk aus Musik, Gesang, Schauspiel und einer grandiosen Anhäufung von in allen Farben und Formen aufgebotenen Kostümen.

Ein „Wiedersehen mit alten Bekannten und neuen Freunden" hatte Freilichtbühnen-Vorsitzender Jens Kanne bei der Begrüßung gleich in doppelter Hinsicht angekündigt. Denn zum einen trafen sich an den zwei Abenden Melodien aus Inszenierungen der vergangenen Jahre mit Liedern aus Stücken, die vielleicht bald einmal zur Aufführung kommen. Zum anderen war es auch ein Treffen von langjährigen Freilichtbühnen-Fans mit jenen, die gerade an diesen Abenden ihre Begeisterung für die vom Ensemble ausgehende Magie gefunden haben.

Ob es nun die durch die Menge trampelnde Elefanten-Patrouille aus dem „Dschungelbuch" war oder die grazile Tanzeinlage, mit der Gisela Fontarneau und Narcis Subatella in einem die angebrochene Dunkelheit erhellenden Lichtkegel zu bezaubern wussten – der Bandbreite schienen keine Grenzen gesetzt. Einer von vielen Krachern kam direkt vor der Pause. Plötzlich zeigten die Darstellerinnen und Darsteller reichlich Haut. Und beim „Time Warp" aus der „Rocky Horror Picture Show" nahm es Benjamin Oehls niemand auf den Rängen übel, dass er ihnen sein fast blankes Hinterteil entgegenstreckte – im Gegenteil.

Gesanglich hatte Leiter Ivan Jones den Chor der Freilichtbühne Bellenberg gegenüber dem Vorjahr noch einmal mehr Feinschliff verpasst. Sein großes Engagement dankte der Chor ihm mit einer kleinen Überraschung. Denn als Jones die Arme zum Start von „Mamor, Stein und Eisen bricht" erhob, schlug ihm plötzlich ein „Wir sind drei Chinesen" entgegen. Und während sich der Dirigent noch vor Lachen bog, erklärte Britta Kanne, dass sie ihn mit dieser Einsingübung aus den Proben mal mitten im Konzert überraschen wollten. Absolut gelungen!

Herausragend die Stimmen von Daniela Winter, die sich unter anderem als Eliza Doolittle aus dem Musical „My fair Lady" in die Herzen des Publikums sang. Und von Alessa Bühler, deren kraftvolles Solo „Ein Lied kann eine Brücke sein" als frenetisch geforderte Zugabe nach der Zugabe genau den magischen Moment schloss, den kurz zuvor der aus „Der König der Löwen stammende Song „Der ewige Kreis" des gesamten Ensembles mit dem Publikum eröffnet hatte.

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So geht's weiter

Zwischendurch tauchen die Oberhexe (Simone Birkenfeld) und Hexe Rumpumpel (Jaqueline Birkenfeld) plötzlich auf der Bühne auf. Die Frage der Oberhexe nach den anderen Hexen beantwortete Rumpumpel simpel mit: „Wir sind zu früh!" Denn die Premiere des Kinderstückes „Die kleine Hexe" findet erst am Samstag, 24. Juni, ab 17 Uhr in Bellenberg statt. Beim Überfliegen der Freilichtbühne hatte sich die Oberhexe dann auch etwas über viele Männer in Frauengewändern gewundert. Auch hier konnte Rumpumpel aufklären. Das müssten die Proben zu „Ein Käfig voller Narren" gewesen sein. Das Musical hat am Samstag, 22. Juli, um 20 Uhr Premiere in Bellenberg.

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