Freiwillige rackern auf der Velmerstot für die Artenvielfalt

Torben Gocke

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Kraftvoll: Jörn Vonnahme vom Bergwaldprojekt schwingt auf der 
Velmerstot eine Hacke. - © Torben Gocke
Kraftvoll: Jörn Vonnahme vom Bergwaldprojekt schwingt auf der 
Velmerstot eine Hacke. (© Torben Gocke)

Horn-Bad Meinberg. Auf dem höchsten Berg des Eggegebirges in Nordrhein-Westfalen, der Velmerstot, soll die offene Landschaft erhalten werden. Die Förster vor Ort dürfen sich dabei über die Hilfe einer ganzen Schar von Helfern freuen – menschlicher und tierischer Natur.

„Wir wollen mosaikartig verzahnte Kleinstbiotope erhalten und fördern", erklärt Jan Preller vom Regionalforstamt Hochstift. Wo viele verschiedene kleine Lebensräume nebeneinanderliegen, entsteht eine vielfältige Naturlandschaft. Wald sei schließlich mehr als einfach nur ein Ort, an dem Bäume nebeneinanderstehen.

„Heideflächen mit Birken und Ebereschen sehen wir hier oben etwa als Ersatzgesellschaft für Eichen- und Buchenmischwälder an. Sie sind somit als natürliche Pflanzen des Eggekamms zu sehen", sagt der Förster, auch wenn der Bereich dazu kultiviert werden müsse. Denn ließe man den Dingen ihren Lauf, würde das Areal schnell zuwachsen. Um also Sonderbiotope zu ermöglichen, sei der Freiflächencharakter dort oben ein erklärtes Ziel.

„Wir haben uns damit eine Aufgabe gestellt, die wir alleine keinesfalls bewältigen könnten", ist sich Förster Andreas Bathe sicher. „Die Arbeitsleistung, die hier erforderlich ist, sprengt ganz klar unsere Möglichkeiten, sodass wir sehr froh über die Hilfe sind, die wir hier erfahren."

Gemeint ist damit insbesondere das „Bergwaldprojekt", ein Zusammenschluss von Freiwilligen, die dafür etliche Stunden ihrer Freizeit opfern. „Wir haben über die gesamte Bundesrepublik verteilt unterschiedliche Projekte laufen, die wir mit unterstützen", sagt Projektleiter Hendrik von Riewel.

Entsprechend sind jetzt auf lippischem Boden Helfer aus mehreren Bundesländern im Einsatz, um die teils schweren körperlichen Arbeiten zu bewältigen. Mit der Wiedehopf-Hacke etwa helfen die Freiwilligen der Heide und den Orchideen, genug Raum zu bekommen.

„Wer sich bei uns engagiert, das lässt sich so pauschal nicht sagen", erklärt von Riewel. Mit von der Partie seien alle nur erdenklichen Biografien. „Von der Studentin, die sich in den Semesterferien einbringt, bis zum Arbeitnehmer in seinem Urlaub oder der Rentnerin haben wir in unseren Reihen alles vertreten." Zwar sind es in der Regel Laien, die für das Bergwaldprojekt zur Tat schreiten, „in den Abläufen bemerken wir davon jedoch nichts", lobt Preller.

Hilfe bekommt das Projekt Freiflächen am Eggekamm auch von tierischer Seite. Aus der Sennegemeinde Schlangen sind die Schafe von Ralf Rosik angerückt. Seine Tiere weiden auf der Velmerstot und machen im Grunde Ähnliches wie die Freiwilligen. „Im Försterjargon wurden diese Tiere in der Vergangenheit gern die ,Rasiermesser des Waldes’ genannt", sagt Jan Preller.

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