Kalletal pocht auf dauerhafte SB-Filiale

Jens Rademacher

  • 2
Ab Ende März gibt es hier nur noch Automaten: die Sparkasse in Langenholzhausen. Auf Dauer will sich das Kreditinstitut kleinere Räume im Ortsteil suchen. - © Jens Rademacher
Ab Ende März gibt es hier nur noch Automaten: die Sparkasse in Langenholzhausen. Auf Dauer will sich das Kreditinstitut kleinere Räume im Ortsteil suchen. (© Jens Rademacher)

Kalletal. Wenn die Sparkasse in Langenholzhausen schon in eine Automaten-Filiale umgewandelt wird, dann soll sie bitte auch dauerhaft bleiben. Das steht in einem Brief, den Bürgermeister Mario Hecker und die Kalletaler Politik der Sparkasse Lemgo schicken wollen. Den Inhalt kennt Sparkassen-Vorstandsmitglied Klaus Drücker seit Donnerstag bereits.

Da las Hecker den Brief im Rat vor, und Drücker hörte zu. Er war kurzfristig in die Aula der Gemeinschaftsschule gekommen, um zu erläutern, was die Sparkasse zu ihrem Schritt bewogen hat. Eine Dauer-Zusage für die SB-Filiale gab er nicht: „Ich kann Ihnen keine Garantie geben, wie lange der Standort da ist.“ Es sei aber nicht geplant, in nächster Zeit daran zu rütteln.

Bereits in näherer Zukunft könnte die Filiale aber innerhalb des Ortsteils ihren Standort wechseln: Man werde sich in Langenholzhausen nach anderen Räumen umschauen, sagte Drücker. Das jetzige Gebäude könnte dann verkauft oder vermietet werden, antwortete er auf die Frage von Sabine Pohl (fraktionslos). Sie hatte festgestellt, das es sich um eine „relativ große Immobilie“ handle, und an den Fall Lüdenhausen erinnert.

Im Jahr 2004 war die dortige Filiale geschlossen und durch SB-Automaten ersetzt worden, 2008 kam auch dafür das Aus. „Wir möchten höflich darum bitten, dieses Vorgehen nicht zu wiederholen“, heißt es in dem Kalletaler Schreiben.

Drücker bekannte, es gebe „schönere Entscheidungen“ als das aktuelle Sparpaket, wonach Ende März insgesamt sechs Filialen ganz geschlossen oder zu SB-Geschäftsstellen umgewandelt werden. „Wir sind uns der Konsequenzen bewusst.“ Doch die Sparkasse müsse gegensteuern, um nicht in einen „Strudel“ zu geraten und irgendwann nicht mehr handeln zu können. Insbesondere die niedrigen Zinsen und EU-Vorgaben drückten den Gewinn.

Eine Million bei den Sachkosten einzusparen, wie es deshalb notwendig sei, funktioniere nur mit den Schließungen. Die Berater zögen nach Hohenhausen. Die Frequenz in den Filialen sinke, überdies nutzten viele Kunden Online-Banking und Sparkassen-App.

Um diese Menschen gehe es nicht, sondern um „die anderen, die seit Jahrzehnten bei Ihnen Kunden sind“, entgegnete SPD-Fraktionschef Manfred Rehse, zugleich Ortsvereinsvorsitzender der Sozialdemokraten in Langenholzhausen. „Die Sachzwänge, die Sie schildern, interessieren die Leute im Dorf überhaupt nicht.“ Wohin sollten sich jetzt die Menschen aus den Weserdörfern orientieren? Auch die Taller hätten unter der geplanten Komplettschließung der Sparkasse in Kirchheide zu leiden.

Man habe weiter das dichteste Filialnetz in Lippe, betonte Drücker. Und ließ anklingen, dass es für Langenholzhausen durchaus noch schlimmer hätte kommen können: Die SB-Technik dort werde „entgegen ersten Vorschlägen“ aufrechterhalten.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2016
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentare
2 Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.