Im Norden Kalletals drohen Überschwemmungen

Langenholzhausen soll besser gegen Fluten auf der Osterkalle geschützt werden

Marlen Grote

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in idyllisches Bild: die Osterkalle in Langenholzhausen. Doch bei Hochwasser droht die Überflutung von Häusern - © Marlen Grote
in idyllisches Bild: die Osterkalle in Langenholzhausen. Doch bei Hochwasser droht die Überflutung von Häusern (© Marlen Grote)

Kalletal. In Langenholzhausen könnten einige Anwohner schon bei einem sogenannten 20-jährigen Hochwasser nasse Füße bekommen. Auch der Betrieb der Kläranlage Kalldorf wäre bei Überflutung nicht mehr möglich. Die Gemeinde Kalletal hat deshalb den Ingenieur Norbert Weinert beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten.

Fluten der Osterkalle und der Weser könnten Probleme bereiten – ein 20-jähriges Hochwasser tritt statistisch gesehen alle 20 Jahre auf. Langenholzhausen sei besonders gefährdet, sagte der Fachmann im Ausschuss für Umwelt und Energie, wo er den Stand der Überlegungen vorstellte. Auf der Hochwasser-Gefahrenkarte zeigte er, dass die Osterkalle in Langenholzhausen ursprünglich im tiefsten Teil des Tales verlief – dort stehen heute Wohnhäuser. Im Hochwasserfall würde das Wasser dorthin fließen, etwa 70 Anlieger wären vor allem westlich des heutigen Laufs betroffen. Im Fall eines hundertjährigen Hochwassers wäre der Schaden noch größer.

Weil er mit nicht mehr ganz aktuellen Zahlen rechnen musste, lasse sich aber nicht sicher sagen, wie viel Wasser bei Starkregen durch das enge Bett der Osterkalle fließe, schränkte Norbert Weinert die Aussagekraft der Ergebnisse ein. Daher könnten Schutzmaßnahmen zunächst nur vorläufig geplant werden.

Eine Möglichkeit sei, Hochwasserrückhalteräume zu schaffen. Eine erste Berechnung geht davon aus, dass für 100.000 Kubikmeter Wasser Platz sein muss. Dafür Platz zu finden, wird schwierig – lediglich das Gebiet oberhalb der Fisch- und Quellteiche könne so viel Wasser aufnehmen und auch nur, wenn zusätzliche Dämme den Bereich sichern. Ein anderes mögliches Gebiet zwischen Langenholzhauser Straße und Habichtsberger Straße sei für die Wassermengen zu klein. Hochwasserrückhaltebecken seien aber in der Unterhaltung aufwendig.

Als attraktiver stellte Norbert Weinert eine dritte Variante vor: die Osterkalle in Langenholzhausen zu verbreitern und zu vertiefen. „In dem Ort ist alles eng“, benannte er die größte Herausforderung. Der höhere Aufwand würde allerdings ökologische Vorteile für das Gewässer bringen, dafür könnte die Kommune Fördergelder bekommen. Dazu betonte Weinert die Verschönerung des Ortsbildes: „Der Ort profitiert eigentlich immer“, ist seine Erfahrung. Vor weiteren Planungen stehe aber die Vermessung der Osterkalle, um Modelle erstellen zu können.

In Kalldorf ist nicht der Ort selbst, sondern die Kläranlage gefährdet. Sie liegt nahe der Kalle und dazu auch im Überflutungsgebiet der Weser, sagte Norbert Weinert. Hier müsste die Anlage selbst mit einem Deich oder einer Mauer geschützt werden. Je nachdem, welche Maßnahmen schließlich nötig werden, belaufen sich die Kosten laut dem Fachmann auf etwa 200.000 bis 400.000 Euro.

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