Kalletal schreibt weiter Verluste

Jens Rademacher

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Kalletal. Etwa 1,3 Millionen Euro groß wird das Defizit sein, das die Gemeinde Kalletal im kommenden Jahr macht. So sieht es der Entwurf des Haushaltsplans vor, den Kämmerer Jens Hankemeier im Rat vorgestellt hat. Damit schreibt die Gemeinde weiter rote Zahlen und verbraucht Eigenkapital. Das liegt derzeit noch bei etwa 20 Millionen Euro.

Allerdings: Die vergangenen Jahre liefen finanziell besser als erwartet. Das Defizit war am Ende nicht so groß, wie es am Anfang im Haushaltsplan stand. So dürften im Jahr 2016 aus geplanten knapp 1,7 Millionen Euro Defizit voraussichtlich nur etwa 610.000 Euro Miese werden. Auch für 2017 erwartet Hankemeier ein besseres Ergebnis als prognostiziert – „unter anderem aufgrund einer restriktiven Mittelbewirtschaftung", wie im Etat-Entwurf steht. Dementsprechend „würde ich mich freuen, wenn wir in den Haushaltsplanberatungen noch Einsparmöglichkeiten fänden", wie Hankemeier den Kommunalpolitikern im Rat sagte. Denn: „Es ist nicht viel Luft im Haushalt 2018."

Dabei profitiere die Gemeinde von den historisch niedrigen Zinsen, sagte Hankemeier. „Schon leichte Zinserhöhungen werden unseren Haushalt stark belasten." Einen „extremen Einfluss" auf den Etat mit seinen geplanten Aufwendungen von 31,5 Millionen Euro werden laut Kämmerer die Faktoren von außen haben. Etwa die Schlüsselzuweisungen, die bei sechs Millionen Euro liegen – mehr als im Vorjahr. Bei der Gewerbesteuer rechnet der Kämmerer mit 3,6 Millionen Euro Einnahmen – „wir gehen von einer leichten Erhöhung aus".

Selbst Einfluss hat die Gemeinde allerdings auf die Höhe der Grundsteuern, die bislang unverändert eingeplant sind. Doch hier ist für den Kämmerer das letzte Wort nicht gesprochen, deutete er an: Über die „Anpassung von Hebesätzen" müsse mit der Politik noch gesprochen werden.

Schließlich will die Gemeinde auch Geld investieren. Zu den dicksten Brocken gehören die Sanierung der Dreifachsporthalle in Hohenhausen mit 1,9 Millionen Euro und die Sanierung der Gemeinschaftsschule (2,5 Millionen Euro). Erst mal, denn Letztere ist ein großer Unsicherheitsfaktor im Haushaltsplan. Denn wie es mit den derzeit ruhenden Bauarbeiten weitergeht, hänge von den Ergebnissen der Probesanierung eines PCB-belasteten Klassenraums ab, sagte Hankemeier. Unter anderem stehen auch 130.000 Euro für „erste Schritte" zum Bau einer neuen Feuerwache in den Weserdörfern. Je nach Gang der Beratungen wird der Haushalt noch dieses Jahr unter Dach und Fach gebracht.

Frischwasser wird etwas teurer

Zum Januar kommenden Jahres müssen die Kalletaler mehr fürs Leitungswasser bezahlen. Um den Gebührenbedarf zu decken, haben sich die Kommunalpolitiker im Rat dafür entschieden, die Grundgebühr nicht zu verändern, aber die Verbrauchsgebühr um sechs Prozent anzuheben – von 1,11 Euro auf 1,17 Euro pro Kubikmeter Wasser. Für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 140 Kubikmetern sind das 8,40 Euro mehr im Jahr. Zuletzt waren die Wassergebühren Anfang 2016 angehoben worden.

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