Proklamationsparty des SG Kalldorf zum Karnevalsauftakt

Wulf Daneyko

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Gesucht und gefunden: Prinz Philip van Schwamen hat Tanja Grüttemeier in der Menge aufgestöbert – gemeinsam regieren sie nun Kalledonien. - © Wulf Daneyko
Gesucht und gefunden: Prinz Philip van Schwamen hat Tanja Grüttemeier in der Menge aufgestöbert – gemeinsam regieren sie nun Kalledonien. (© Wulf Daneyko)

Kalletal-Kalldorf. „Wir wollten immer schon mal einen Prinzen von Adel haben". Das hat Sitzungspräsident Frank Schwier bei der Proklamationsparty der Karnevalsabteilung der SG Kalldorf ausgerufen. Erfolgreich: Zum neuen Regenten Kalledoniens kürte er Philip van Schwamen, der Tanja Grüttemeier zur Prinzessin wählte.

Zahlreiche Gäste hatten am Samstagabend das Dorfgemeinschaftshaus gefüllt, in das die Karnevalsabteilung zur „Proklamationsparty" geladen hatte. Statt der früheren Bezeichnung „Vereinsgemütlicher" wirkt der neue Titel passender für eine doch recht turbulente Veranstaltung und deutet den Wechsel im Kalldorfer Karnevalswesen an.

Begonnen hatte der Abend mit der Verleihung der Sport-, Lauf- und Walkingabzeichen an die erfolgreichen Sportler. Mit dem Aufmarsch des Elferrats und der neuen Prinzengarde wurde der Höhepunkt der Veranstaltung eingeläutet, sollte doch pünktlich um 23.11 Uhr die Inthronisierung des neuen Prinzenpaares erfolgen.

Doch zunächst absolvierte das scheidende Prinzenpaar Rolf II. Dankwerth und Andrea II. Friedrich den Abschiedstanz.
„Es war nie schwerer, einen neuen Regenten zu finden als dieses Mal. Wir müssen das Konzept des Karnevals hinterfragen", sagte Schwier. Da wurde es still im Saal. „Unsere Prinzenmacher Maik Alsdorf und Christian Schaksmeier haben sich im Dorf die Hacken abgelaufen", berichtete Schwier.

Nun gelte es, eine neue Ära einzuläuten. „Im Elferrat hat es einen Wechsel gegeben. Wir haben viele neue Leute dazu bekommen und sind eine homogene Truppe geworden. Es herrscht echte Aufbruchstimmung", sagte der Präsident.

Tags zuvor hatten sie noch keinen neuen Prinzen gefunden. „Dann hat sich Philip von sich aus gemeldet und wollte es gern machen", so Schwier, dessen Worte im Jubel des närrischen Volks endeten. Sofort schwärmte Philip van Schwamen aus, um seine Prinzessin unter den erwartungsvollen Gästen zu finden. Nach einigem Suchen hatte er sie erreicht und übergab ihr den Blumenstrauß.

Unterstützt vom alten Regentenpaar legten sie die Insignien der Macht an. Narrenkappe, Umhang und Zepter für Philip I., das Prinzessinnendiadem und Blumenbouquet für Tanja I. Nun war es an ihnen, den ersten Tanz auf dem Parkett zu zelebrieren.

Erst im Sommer ist van Schwamen in die SG Kalldorf eingetreten und sofort in den Elferrat gekommen. Er stammt aus dem Sauerland und wohnt seit zwei Jahren in Talle. „Ich wollte mich in einem Verein einbringen, und der Karneval liegt mir", sagte Philip I. Er ist gelernter Gärtnermeister und arbeitet bei der Gemeinde Kalletal als stellvertretener Bauhofleiter. Privat betreibt er Longboard- und Snowboardfahren.

Die 48-Jährige an seiner Seite ist eigenem Bekunden zufolge „Hausfrau, Mutter, Oma und jetzt auch noch Prinzessin". Als Ziel hat sich das Prinzenpaar vorgenommen, alte Strukturen aufzubrechen und den Karneval lebendiger zu machen. „Philip hat uns gerettet", sagte Schwier, für den es die letzte Session als Sitzungspräsident sein soll.

Michael Grüttemeier ist der "Kalldorfer des Jahres"

Preisträger: Michael Grüttemeier ist „Kalldorfer des Jahres 2017". - © Wulf Daneyko
Preisträger: Michael Grüttemeier ist „Kalldorfer des Jahres 2017". (© Wulf Daneyko)

Es war schlicht und einfach die Nacht der Grüttemeiers. Nicht nur, dass Ehefrau Tanja als neue Karnevalsprinzessin ausgerufen wurde, kurz zuvor hatte Michael Grüttemeier zudem den Pokal „Kalldorfer des Jahres" in den Händen gehalten. Die Musik zur Feier konnte Grüttemeier auch noch auswählen – als DJ „Mütze" stand er am Mischpult.

Spannend hatte es die Karnevalsabteilung der SG Kalldorf gemacht – insgesamt fünf Mitglieder holte der stellvertretende Vorsitzende Christian Pischczan als potenzielle „Kalldorfer der Jahres" nach vorne. Sie mussten Fragen beantworten – ein „Nein" warf sie aus dem Rennen.

Da wurde nach der Liebe zu Autos und nach Bühnenerfahrung gefragt, nach Fußballspielen oder auch nach der Zugehörigkeit zur Feuerwehr.Sämtliche Anwärter erfüllten diese Voraussetzungen und blieben stehen. Doch die Frage, wer ein großer Wanderfreund sei, brachte schließlich Klarheit: Nur noch Grüttemeier konnte sie mit einem klaren „Ja" beantworten. So war er es, dem, wie passend, der Wanderpokal „Kalldorfer des Jahres" überreicht wurde.

Grüttemeier stammt eigentlich aus Bad Oeynhausen, lebt aber schon seit frühester Kindheit in Kalldorf. Beruflich ist der 46-Jährige Automobilverkäufer. Im Januar feiert er mit Ehefrau Tanja und drei Kindern Silberhochzeit. Von klein auf ist er Mitglied im Verein.

Als aktiver Fußballer hat er alle Altersklassen durchlaufen und bis 1995 selbst gespielt. „Flotten Fußes" ist er nun eher in der Wanderabteilung unterwegs, dazu stellvertretender Leiter der Karnevalsabteilung.

Auch als Prinz hat er Kalledonien schon regiert. Ehrenamtlich dient Grüttemeier seit vielen Jahren der Feuerwehr und ist stellvertretender Wehrführer. Zu seinen Hobbys zählen das Musikauflegen als „DJ Mütze" und die heimische Gartenarbeit.

„Der Pokal bekommt einen Ehrenplatz im Büro", betonte Michael Grüttemeier, von der Wahl sichtlich überrascht.

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