Kreis macht mit Blitzern Kasse

Stationäre Anlagen registrieren im vergangenen Jahr fast 37.000 Verkehrsverstöße

Astrid Sewing

  • 3
  1. Schlagwörter:
  2. Raser
  3. Blitzer
  4. Bußgelder
- © Oliver Wendtland
(© Oliver Wendtland)

Kreis Lippe. Die Fotos sind immer unvorteilhaft, schon deshalb, weil sie mit einem Bußgeld verknüpft sind. Allein die stationären Blitzer des Kreises Lippe haben im vergangenen Jahr 36.674 Verkehrsübertretungen dokumentiert.

Hinzu kommen die Ergebnisse der mobilen Anlagen, die 28.303 Verkehrssünder erfasst haben. Der Jahresabschluss des Kreises Lippe für 2014 liegt noch nicht vor, aber als Anhaltspunkt, was das an Einnahmen ausmacht, kann der Abschluss 2013 dienen. In dem Jahr wurden 2,4 Millionen Euro unter dem Stichwort Verkehrsüberwachung verbucht, der Aufwand mit etwas mehr als einer Millionen Euro.

Geld, das nach Ansicht einiger nur dazu dient, die klammen Kassen der Städte und Gemeinden aufzubessern. Unter www.blitzerabzocke.de werden Unterschriften gesammelt. Das Thema Verkehrssicherheit sei nur vorgeschoben.

Dem widerspricht die Polizei. „Rasen ist die Unfallursache Nummer 1“, sagt Pressesprecher Uwe Bauer. Die Polizei habe zwei Fahrzeuge im Einsatz, außerdem habe jede Dienststelle ein Lasergerät. Die Zahl der Verkehrsverstöße sei annähernd gleich geblieben wie in den Vorjahren, allerdings seien Unterschiede im Fahrverhalten feststellbar. Es gebe mehr Geschwindigkeitsverstöße, die mit einem Verwarngeld geahndet werden und weniger Anzeigen.

Bei den Radarkontrollen habe sich das ESO-Messfahrzeug bewährt. Kern der neuen Geräte sind fünf nebeneinander angeordnete Lichtschranken. Das gilt als besonders effektiv, da der ankommende und abfahrende Verkehr gleichzeitig gemessen werden kann. Da die neuen Geräte mit mehreren Kameras gekoppelt werden, können auch die Kennzeichen von Motorradfahrern fotografiert werden. Außerdem können sie in Kurven, Tunneln und an unübersichtlichen Messstellen bei Tag und Nacht eingesetzt werden.

Zudem setzt die Polizei weiter auf groß angelegte Kontrollen. „Die Polizei der Nachbarkreise hilft auf unserem Gebiet und wir helfen umgekehrt, wenn wir in einer konzertierten Aktion Verkehrskontrollen machen“, sagt Bauer.

Klar, dass auch Autofahrer auf die Idee kommen, die Fallen zu umgehen. Aber das, so Bauer, kann teuer werden.  Radarwarner könne man zwar kaufen, allerdings sei es verboten, sie zu installieren. Wer mit einem solchen Gerät erwischt wird, das betriebsbereit ist, müsse mit einer Anzeige rechnen.  Beliebt sind auch Blitzer-Apps, Programme, die auf das Smartphone geladen werden und per Alarm warnen. Oft sind solche Funktionen in Navigationsgeräten installiert. Doch was viele Autofahrer nicht wissen: Sie sind  laut Straßenverkehrsordnung verboten. Die Nutzung einer Blitzer-App oder einer entsprechenden Funktion im Navigationsgerät kann deshalb mit bis zu 150 Euro Bußgeld und einem Punkt im Verkehrszentralregister geahndet werden. Wenn man erwischt wird, was im Falle einer App auf dem Smartphone schwierig zu beweisen sei, wie Polizeipressesprecher Uwe Bauer zugibt.

Die Unfallstatistik weist aus, wie viele Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Aktuelle Zahlen werden im Februar vorgelegt. Die Zahlen seit 2011 (201 Unfälle)  dokumentieren aber den Anstieg, 2012 waren es 205 und 2013 genau 211.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

3 Kommentare
3 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!