Rudern auf dem Schieder-See

Ein Sport für Koordinationstalente und Teamplayer

Janet König

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Alle in einem Boot: Beim ersten Ruderausflug von LZ-Mitarbeiterin Janet König wird’s stürmisch. Gut, dass Heinz Schübbe, Thorsten Dzaak und Eduard Lesniak mit dabei sind (von vorne) - © Vera Gerstendorf-Wellev
Alle in einem Boot: Beim ersten Ruderausflug von LZ-Mitarbeiterin Janet König wird’s stürmisch. Gut, dass Heinz Schübbe, Thorsten Dzaak und Eduard Lesniak mit dabei sind (von vorne) (© Vera Gerstendorf-Wellev)

Schieder-Schwalenberg. Die lippischen Gewässer sind zwar nicht gerade für ihre atemberaubende Ruderszene bekannt, dennoch muss kein Lipper auf den Sport verzichten. Wasserliebhaber können sich auf dem Schieder-See bedingungslos austoben.

Es braut sich was zusammen am Horizont, ausgerechnet am Tag meiner ersten Ruderstunde. Eigentlich plädiere ich eher für Sportarten auf festem Untergrund, für den Ruderclub Schieder mache ich da mal eine Ausnahme. Auch wenn die sich nähernde, tief schwarze Wolkenfront nicht unbedingt das angenehmste Wetter auf See verspricht.   
 
Die grundlegende Technik ist dem einen oder anderen vielleicht schon im Fitnessstudio begegnet, denn dort zählt die Rudermaschine zu den gängigen Sportgeräten. Der Grund dafür scheint plausibel. „Beim Rudern werden fast alle Muskeln beansprucht, nur Schwimmen ist effektiver“, erklärt Marc Dreier, stellvertretender Vorsitzender des Rudervereins. Der Sport sei für alle geeignet, die Spaß an der Bewegung im Team haben, Ausdauer sowie Kraft trainieren wollen und dabei auf die eher triste Atmosphäre eines Studios verzichten möchten.

Information
Ruderclub Schieder

Der Ruderclub Schieder bietet im Sommer wieder Schnupperstunden für nicht wasserscheue Landratten an. Wer vorab schon einen Einblick in die Welt des Ruderns erhalten möchte, kann mittwochs ab 18 Uhr gern beim Training vorbei schauen. Treffpunkt ist das Bootshaus des Schieder-Sees, Kronenbruch 2a. Weitere Informationen zum Jahresprogramm sowie Trainingzeiten gibt es im Internet unter www.ruderclub-schieder.de. Der Club bietet auch regelmäßige Ausflüge an die Mosel an. 

Gegen die Kulisse des Schieder-Sees ist wahrhaftig nichts einzuwenden – trotz mäßiger Wetterbedingungen. Die erste Problematik stellt sich dagegen beim Betreten des Bootes. „Bloß nicht auf die Seiten treten, sonst brechen die dünnen Wände und wir kentern noch vor Abfahrt“, warnt Heinz Schübbe, Schlagmann und somit Richtungsweiser unseres sogenannten Vierers.

Trotz erhöhter Schwierigkeitsstufe schaffe ich es, mehr oder weniger galant auf das dünne Brett im Zentrum zu steigen und mich sicher auf dem verschiebbaren Sitz zu platzieren. Die Füße finden in einer haltgebenden Vorrichtung ebenfalls Platz, dann kann es losgehen.
Was vom Festland aus so herrlich einfach aussieht, entpuppt sich beim allerersten Versuch als anspruchsvolle Herausforderung. Zumindest wenn man nicht unbedingt mit Koordinationstalent gesegnet ist. „Einfach locker bleiben und auf den Rücken des Vordermanns schauen“, erklärt der direkt hinter mir sitzende Ruderer Thorsten Dzaak. Der gut gemeinte Rat ist anfänglich nicht so leicht umzusetzen, zu viele Dinge gibt es, auf die ich achten muss.

Natürlich müssen die Ruderbewegungen parallel verlaufen, sonst bleibt die Tour auf dem See eher statisch als sportlich. Dafür sollte allerdings auch die Technik erstmal richtig sitzen. Für mich ist der Gebrauch der Skulls, wie man die Vortriebsmittel für Ruderboote nennt, absolutes Neuland, daher werden Timing und korrekte Ausführung zu nicht zu verachtenden Hindernissen.

Wird das Skull im falschen Winkel ins Wasser getaucht, blockiert der Aufprall unsanft die Weiterfahrt. „Alles eine Frage der Übung. Nach ein paar Schnupperstunden hat man den Dreh raus“, so der Schlagmann, der mir darüber hinaus versichert, dass ich mich gar nicht so schlecht anstelle wie befürchtet.

Verläuft die erste Runde auf See noch recht holprig, entwickle ich nach und nach so etwas wie Gefühl für den Wassersport. Es reicht zwar nicht für Olympia, aber immerhin kann ich nach einer Phase höchster Konzentration auch zwischendurch einen Blick auf die herrliche Kulisse des Schieder-Sees werfen. Mit mehr Übung wird mir das sicherlich öfters gelingen. 

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