Pläne für Kunstobjekt an den Externsteinen haben Entscheidungsträger überrascht

Astrid Sewing

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OffiziellerTermin: Künstler und Schmied Alfred Bullermann (links) erläutert NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (rechts) die Idee hinter dem Wanderkreuz. - © Bernhard Preuß
OffiziellerTermin: Künstler und Schmied Alfred Bullermann (links) erläutert NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (rechts) die Idee hinter dem Wanderkreuz. (© Bernhard Preuß)

Horn-Bad Meinberg. Das Wanderkreuz an den Externsteinen ist im kleinen Kreis durchgewunken worden. Der Heimatbund, die Schutzgemeinschaft Externsteine und Bürgermeister Eberhard Block kannten die Pläne nicht.

Das Stadtoberhaupt von Horn-Bad Meinberg freut sich, dass das Wanderkreuz an den Externsteinen geplant ist. "In Detmold gibt es geografisch betrachtet nur eine Stelle, in Horn-Bad Meinberg gibt es zwei - also ist es richtig, es dort zubauen", sagt Block auf Nachfrage. Allerdings wundere er sich, wie das Ganze über die Bühne gegangen ist. "Ich habe das aus der Zeitung erfahren. Wie das Wanderkreuz genau aussehen soll, darüber bin ich im Vorfeld nicht informiert worden", erklärt Block.

Wie berichtet, ist eine Plattform mit zwölf Metern Durchmesser unterhalb der Externsteine auf einer Wiese geplant - mit einem zwölf Meter hohen Pfahl im Mittelpunkt. Einmal im Jahr soll dort ein internationales Treffen stattfinden. Handwerker aus aller Welt sollen an dem Naturdenkmal schmieden. Danach werden die Anlagen wieder so abgedeckt, dass Wanderer dort sitzen und sich ausruhen können.

Und genau das trübt die Freude des Stadtoberhauptes. Das Kunstprojekt lehne er weder ab, noch befürworte er es. "Dazu brauche ich mehr Hintergrundwissen. Die Externsteine sind aber historisch gesehen ein sehr sensibler Ort. Über das, was man da macht, hätte man vorher besser im größeren Kreis diskutiert", sagt Block. Er wolle nichts dort haben, was "Rechte oder völkische Spinner anlocken könnte".

Gestern habe er eine Einladung von Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann bekommen: zur Sitzung des Kuratoriums der Denkmal-Stiftung am Donnerstag, 27. August, im Schloss Brake. "Zu dieser Kuratoriumssitzung ist auch die Schutzgemeinschaft Externsteine eingeladen. Gespräche mit der Schutzgemeinschaft sind im Vorfeld geführt worden", betonen Verbandsvorsteherin Anke Peithmann und Landrat Friedel Heuwinkel in einer Pressemitteilung. Dem widerspricht Roland Linde von der Schutzgemeinschaft. "Es war von einem Wanderkreuz im Vorfeld die Rede, aber die Ausgestaltung war überhaupt nicht mit uns abgesprochen", sagt der Vorsitzende.

Die Landesverbandsvorsteherin und der Landrat bezeichnen es allerdings als normalen Weg, dass zunächst die Politik und die zustimmungspflichtigen Gremien und dann Interessensgruppen wie der Lippische Heimatbund informiert würden. Alle Beteiligten eine das Interesse, die Externsteine zu bewahren und zu pflegen. Die Sicht auf die Steine sei weiterhin frei. Darüber hinaus befände man sich noch in einer frühen Planungsphase und Details, ob das Wanderkreuz zwölf, elf oder zehn Meter hoch werde, könnten noch ausführlich diskutiert werden. Weiterhin betonen beide noch einmal die Symbolik des Wanderkreuzes, "das für ein Miteinander in Europa und für Völkerverständigung stehen soll."

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