Landesverband genehmigt Wanderkreuz an den Externsteinen

Umstrittenes Kunstwerk wird im Frühjahr auf der Wiese gegenüber dem "Felsenwirt" gebaut

Martin Hostert

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Die Externsteine in herbstlichem Licht. - © Bernhard Preuß
Die Externsteine in herbstlichem Licht. (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Das Wanderkreuz kommt: Einstimmig bei Enthaltung der Grünen hat die Landesverbandsversammlung am Mittwoch ihre Zustimmung für das Kunstwerk an den Externsteinen gegeben.

Die Skulptur soll als ein Projekt des Wanderkompetenzzentrums im kommenden Frühjahr nunmehr als "Friedensraum" auf der Wiese gegenüber vom "Felsenwirt" gebaut werden - außerhalb des Naturschutzgebietes und nicht in Sichtweite der Externsteine. Sie soll zwischen acht und zehn Meter hoch sein; die im ersten Entwurf von Künstler Alfred Bullermann vorgeschlagenen fest installierten Feuerstellen wird es nicht geben. Rund um die Plattform (etwa zehn Meter Durchmesser) werden vier Bänke installiert, einmal im Jahr soll es Schmiedekunst-Veranstaltungen geben.


Diese drei Standorte waren für das Wanderkreuz im Gespräch. An Standort 2 wird es jetzt gebaut. Grafik: Landesverband Lippe

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  1. Präsentation des Landesverbands Lippe

Die Diskussion in der Verbandsversammlung verdeutlichte, dass die Fronten zwischen den Politikern auf der einen und den Gegnern des Projektes auf der anderen Seite verhärtet sind. Heinz-Reiner Krüger (CDU) sagte, die Politik habe Kompromissbereitschaft bewiesen. "Sie allerdings sind schon mit einem ,Nein? an den Runden Tisch gekommen", kritisierte er die Sprecher von Heimatbund und Schutzgemeinschaft Externsteine. Das Projekt sei die "einmalige und große Chance", die von den Kritikern wegen der Schmiedekunst gesehene "NS-Symbolik" in einen "Friedensraum" umzuwandeln.

Seine Fraktion habe intensiv diskutiert, betonte Andreas Kuhlmann (SPD). Allein: Die Argumente der Kritiker trügen nicht weit genug. Der gefundene Kompromiss "tut beiden Seiten weh". Allerdings regte er an, die Funktion eines "Wanderkreuzes" deutlicher herauszuheben.

Friedrich Brakemeier, Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes, wollte das Wort "Kompromiss" nicht benutzen: "Wir sind froh, dass das Naturschutzgebiet geschützt und die Symbolik reduziert wird. Dennoch sind wir nach wie vor nicht einverstanden." Die Skulptur sei weder mit einem Friedensraum noch mit einem Wanderkreuz in Verbindung zu bringen. Dieter Meier von der Schutzgemeinschaft Externsteine und Herbert Westphal vom Heimatverein Horn befürchteten, dass der Ort von Rechten mit nationalsozialistischem Gedankengut missbraucht werden könnte. Kreis-Wirtschaftsförderer Günter Weigel sagte, diese Gefahr sehe er nicht. Der Kompromiss sehe zudem vor, die Stele in einem solchen Fall zu demontieren.

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