Licht im Haus schreckt Einbrecher ab

Feuerwehr, Handwerker und Polizei beraten auf der Messe „Haus“ am kommenden Wochenende in Bad Salzuflen. Kriminalhauptkommissar Christian Weicht rät dazu, Zeitschaltuhren in Räumen zu installieren und die Nachbarschaft zu pflegen

Astrid Sewing

  • 2
- © Vera Gerstendorf-Welle
Polizei Sicherheit (© Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. In Barntrup ist gestern ein Täter auf frischer Tat ertappt worden. Nachbarn hatten die Polizei gerufen und mit dem Handy Fotos von dem Mann gemacht – Teil einer funktionierenden Prävention. Was man sonst noch machen kann, um sich zu schützen, stellen Handwerk, Polizei und Feuerwehr bei der Messe „Haus“ am Wochenende vor (siehe Bericht oben rechts).

Seit zehn Jahren gibt es „Zuhause sicher“. Dahinter steckt ein umfassendes Konzept, das Feuerwehr, Polizei und Handwerk gemeinsam erarbeitet haben. Es geht darum, wie man sich vor Einbrechern schützt, indem man Fenster oder Türen technisch sichert, aber auch um die richtige Platzierung von Rauchmeldern, die gut sichtbare Hausnummer und vieles mehr. Um die Plakette zu bekommen, müssen Hausbesitzer spezielle Kriterien erfüllen, die durch die Polizei kontrolliert werden. Nur Handwerksbetriebe, die sich qualifizieren, werden über das Netzwerk vermittelt. Wer Murks einbaut, wird ausgeschlossen. 500 Plaketten mit der Aufschrift „Zuhause sicher“ hängen im Kreis Lippe bislang neben den Haustüren – in keinem dieser Häuser hat es bislang einen Einbruchsversuch gegeben. „Studien zeigen, dass die Täter aufgeben, wenn sie nicht innerhalb von 30 Sekunden ins Haus kommen“, sagt Kriminalhauptkommissar Christian Weicht. Einige Tipps, die sich schnell umsetzen lassen, hat der Experte parat.

Häuser und Wohnungen: „Setzen Sie Zeitschaltuhren ein, damit es bewohnt aussieht“, rät Weicht. Eine LED-Fernsehsimulationsleuchte, die um die 20 Euro kostet, könne diesen Eindruck unterstützen. Briefkästen sollten bei längerer Abwesenheit geleert und die Nachbarn informiert werden. Hunde hätten generell eine abschreckende Wirkung. „Einbrecher sind da nicht mutiger als der Rest der Bevölkerung, sie wollen nicht gebissen werden und fürchten auch den Lärm. Wenn Sie einen Hund haben, lassen Sie das Spielzeug offen herumliegen.“

Grundstück: DieNachbarn sollten freie Sicht auf das Haus haben. Eine Außenbeleuchtung, die im Dauerbetrieb geschaltet ist, ist hilfreicher. „Die Fälle zeigen, dass die Bewegungsmelder von Einbrechern zuerst zerstört werden, den Nachbarn fällt das aber nicht auf. Ist es auf einmal aber zu Zeiten dunkel, in denen sonst Licht an ist, dann reagieren sie eher darauf.“ Das Garagentor sollte immer geschlossen werden, damit die Täter nicht sofort sehen, ob jemand unterwegs ist. Fällt Schnee, sollte rund ums Haus geräumt werden. „Wenn es keine Fußspuren gibt, ist das ein Hinweis dafür, dass niemand im Haus ist“, erklärt der Hauptkommissar.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2016
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentare
2 Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.