Lipper präsentieren Pickert auf Grüner Woche in Berlin

Stefanie Terschüren

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Dr. Axel Lehmann lässt sich den Pickert von Diekmanns Hof schmecken. Simon Diekmann wirbt beim internationalen Publikum für sein Produkt. - © Stefanie Terschüren
Dr. Axel Lehmann lässt sich den Pickert von Diekmanns Hof schmecken. Simon Diekmann wirbt beim internationalen Publikum für sein Produkt. (© Stefanie Terschüren)

Berlin/Kreis Lippe. Selbstbewusst und weltoffen präsentieren sich Lipper Vereine, der Kreis Lippe und Unternehmen vom 15. bis 24. Januar auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Mit dabei ist Simon Diekmann vom gleichnamigen Hof in Kalletal, der die Besucher mit dem wohl typischsten aller Gerichte verwöhnt: dem Pickert.

„Hm lecker“, sagt ein Berliner Ehepaar und fragt, ob sie noch ein Stück probieren können. „Der ist richtig fluffig und locker, und man erwartet gar nicht unbedingt, dass der Teig herzhaft schmeckt“, so der Kommentar. „Pickert ist eigentlich ein ideales Gericht“, sagt Diekmann. Es kann ganz nach dem eigenen Geschmack mit Gemüse variiert oder mit Lachs, frischen Kräutern, Schinkenwürfeln oder Frischkäse aufgepeppt werden. Insofern eigentlich ein ideales Symbol für die Region, das viel Überraschendes und einiges Bodenständiges birgt.

Lippes Landrat, Dr. Axel Lehmann, verrät, dass er eine Schwäche für Pickert mit Rosinen hat. Er probiert aber auch gern die Diekmann-Variante. „In Berlin haben wir die Gelegenheit, uns Besuchern aus Deutschland zu präsentieren und zu beweisen, dass wir mehr zu bieten haben als die großartige Kulisse des Teutoburger Waldes“, betont Lehmann.

Eine Ansicht, die er mit Wolfgang Thevis, Teamleiter Tourismus bei Lippe Marketing, teilt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit unseren touristischen Highlights Wandern, Walken, Radfahren und Gesundheit durchaus punkten können. Wer uns einmal besucht hat, der kommt gern wieder. Schwierig ist nur, uns überhaupt ins Bewusstsein zu rücken. Deshalb ist für uns eine Messe ideal, die nicht nur touristisch ausgerichtet ist“, sagt Thevis. Ein neues Glanzlicht sei das neue Kompetenzzentrum Wandern „WALK“, das in Detmold angesiedelt ist und demnächst eingeweiht wird.

Die größte Gruppe Lipper mit eigenem Stand in der NRW-Halle ist der Verein „BIOlokal“ mit August Rettig aus Helpup an der Spitze. Der Verein stehe für Frische und Qualität durch kurze Wege – natürlich regional, merkt er an. „Ich halte die Industrialisierung in der Lebensmittelbranche für gefährlich. Es ist ja nicht nur, dass kleine und mittlere Betriebe auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sind. Es geht auch um Vertrauen und Qualitätssicherung und die ist nun mal eher gewährleistet, wenn man den Produzenten kennt und weiß, woher die Lebensmittel kommen“, sagt Rettig. Sein Verein setzt deshalb entschieden auf Regionalvermarktung und will für diese Idee weiter werben.

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„Andere Bundesländer wie Bayern sind schon viel weiter in ihrer Außendarstellung“, bemängelt Rettig, der sich wünscht, dass Lippe mit seinen Stärken sich einheitlich und geschlossen nach außen hin positionieren sollte. Um es dem Verbraucher leichter zu machen, regional einzukaufen, hat der Verein die Internetseite „direkt frischer“ initiiert. Dort finden Kunden Informationen über die Betriebe selbst und darüber, wo in der Nähe die Produkte erworben werden können.

Einer, der sich innerhalb des Vereins präsentiert, ist der Bio-Land Caterer Matthias Carl aus Detmold. Der gelernte Koch, der im Nobelrestaurant Breidenbacher Hof in Düsseldorf seine ersten Sporen verdiente und schon Madonna mit seiner Haferschleimsuppe begeisterte, nutzt den veganen Trend und entwickelte über zwei Jahre für seinen Betrieb eine eigene, rein vegane 100 Prozent Bio-Linie. „Für mich besteht die Herausforderung darin, vegan anzubieten und trotzdem raffinierte, schmackhafte Gerichtet zu kreiieren“, erklärt Carl. Wer Sahne und Milch durch Öl ersetze, der brauche etwas Neues, das als Geschmackträger fungiert und funktioniert.

Wer gut isst, der will auch genussvoll trinken. Bad Meinberger Mineralwasser sorgt mit seiner „Wasserpumpe“ genau dafür. Heute ist Fabian Zurheide, Schichtleiter im Unternehmen, der Mann mit dem 9,5 Liter Rucksack. „Für uns ist die Grüne Woche eine ideale Gelegenheit, mit dem Endverbraucher direkt in Kontakt zu kommen und zu hören, was ihm schmeckt, was ihm gefällt und vielleicht auch, was er vermisst“, begründet Stefan Brüggemann die Entscheidung seines Unternehmens, als Lipper in Berlin dabei zu sein.

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