Dokumentarfilmprojekt „Augenhöhe“ würdigt arbeitnehmerfreundliche Unternehmen in OWL

Guntmar Wolff

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Sie werben für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Sandra Wilms, Phillip Marsell, Christina Zweigle und Timm Kuhlmann (von links) bilden gemeinsam mit Janosch Kriesten, der beim Fototermin nicht dabei sein konnte, das Regionalteam OWL für das Filmprojekt. - © Guntmar Wolff
Sie werben für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Sandra Wilms, Phillip Marsell, Christina Zweigle und Timm Kuhlmann (von links) bilden gemeinsam mit Janosch Kriesten, der beim Fototermin nicht dabei sein konnte, das Regionalteam OWL für das Filmprojekt. (© Guntmar Wolff)
Kreis Lippe. Respekt, Eigenverantwortung, Vertrauen und Menschlichkeit: All dies ist in zahlreichen Unternehmen der Region zu finden. Zumindest meinen das die Initiatoren des Projektes „Augenhöhe". Sie wollen genau solche Unternehmen in einem Dokumentarfilm als leuchtende Beispiele vorstellen.

„Mit ihrer Haltung kreieren die Unternehmen eine neue Arbeitswelt", sagt Christina Zweigle, Mitinitiatorin von „Augenhöhe", die im Hauptberuf Personalleiterin ist. Die Idee zu dem Projekt kam der 36-Jährigen mit einigen anderen, als sie den ersten Teil von „Augenhöhe" sah, den eine Gruppe um den Berliner Fabien Trebien ins Leben gerufen hatte.

„Wir verstehen unser Projekt als Fortsetzung des ersten Films mit der Fokussierung auf Ostwestfalen-Lippe", erläutert die Lipperin Sandra Wilms, die selbst Unternehmerin ist und in dem fünfköpfigen Team das Marketing übernommen hat. „Unser Wunsch ist es, mit dem Film anderen Unternehmen zu zeigen, dass die Zukunft darin liegt, diese Werte aktiv in den Arbeitsalltag mit einzubringen", erläutert Wilms. „Auf Augenhöhe untereinander zu kommunizieren und zu agieren, entspricht dem Ziel."

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Crowdfunding

Crowdfunding bedeutet wörtlich übersetzt „Schwarmfinanzierung". Mit dieser modernen Art der Geldbeschaffung können Projekte realisiert werden. Kapitalgeber sind in der Regel viele Personen – meistens Internetnutzer. Zu den bekanntesten deutschen Crowdfunding Plattformen zählen „seedmatch" und „startnext"

Unternehmer Timm Kuhlmann, der sich in dem Team als Organisator versteht, bekräftigt: „Als Unternehmen kann man nur davon profitieren, wenn man den Mitarbeitern Vertrauen schenkt." Dabei ist dem 30-jährigen Existenzgründer wohl bewusst, dass nicht in jedem Fall das Vertrauen, das einem Mitarbeiter geschenkt wird, auch gewürdigt wird. „Vertrauen zu schenken, bedeutet auch, Kontrolle abzugeben. Das wiederum bedeutet, Rückschläge hinzunehmen. Gerade darum möchten wir zeigen, dass es Unternehmen gibt, die diese Werte schon erfolgreich einsetzen."

Dabei ist es dem „Augenhöhe"-Team wichtig, zu erläutern, wie sie sich den optimalen Arbeitsplatz vorstellen: „Der Arbeitsplatz muss dem Menschen gerecht werden und nicht umgekehrt. Ein guter Arbeitsplatz ist mehr als ein Kickertisch, der im Aufenthaltsraum steht", sagt Wilms.

Nach ihrer Auffassung haben schon einige Unternehmen diese neuen Werte umgesetzt. Eines davon ist ein namhaftes inhabergeführtes Unternehmen aus Lippe, bei dem in der kommenden Woche der erste Drehtag für einen Trailer stattfinden soll.

Den Namen der Firma möchten die Kreativen im Augenblick aber noch nicht nennen. „Wir wollen den Überraschungsmoment auskosten", sagt Zweigle. „Mit diesem Projekt möchten wir inspirieren, Mut machen und zum Nachdenken anregen."

Mit dem Trailer will das Team Interessenten einen Vorgeschmack geben, aber auch Spenden einwerben. Sobald der gesamte Film fertiggestellt ist, soll er ab September in so genannten Dialogveranstaltungen gezeigt werden. Auch die Industrie hat bereits Interesse angemeldet und das Team schon für eine Vorführung mit anschließender Diskussion gebucht. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Um das Filmprojekt zu finanzieren, rechnen die Fünf mit einem Bedarf von knapp 40.000 Euro. Und dieses Geld müssen sie erst einmal auftreiben. Doch sie zeigen sich durchaus optimistisch: Über die Crowdfunding-Plattform „startnext" will das Team, das das Projekt nach eigener Auskunft als „Herzensangelegenheit" ansieht, ab dem 26. Februar diese Summe zusammen bekommen. „Das meiste davon verwenden wir für die Filmaufnahmen", erklärt Soziologiestudent Philipp Marsell, und Sandra Wilms ergänzt: „Wir wollen mit diesem Projekt keinen Gewinn anstreben."

Näheres dazu: http://www.owl-augenhoehe-regional.de

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