Stadt zeigt Haverbeck an

Marianne Schwarzer

Ungerührt: Für Ursula Haverbeck hat es den Holocaust nie gegeben. - © Torben Gocke
Ungerührt: Für Ursula Haverbeck hat es den Holocaust nie gegeben. (© Torben Gocke)

Detmold. Der bereits wegen Volksverhetzung verurteilten Vlothoer Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck droht eine neue Anklage. Anlass ist ein Brief, den sie an Detmolds Bürgermeister Rainer Heller und die LZ geschickt hat. Wieder behauptet sie, Auschwitz sei ein Arbeitslager, kein Vernichtungslager gewesen.

Unter dem Betreff „Die Kapitulation Detmolds vor der Antifa" beschwert sie sich, dass sie beim Auftakt des Auschwitz-Prozesses von Demonstranten gehindert worden sei, in den Gerichtssaal zu gelangen (die LZ berichtete) und ihr die Polizei nicht geholfen habe. Dafür ist Bürgermeister Heller gar nicht zuständig, Dienstherr der Polizei in Lippe ist der Landrat. Gleichwohl hat die Stadt gestern den Brief an die Staatsanwaltschaft Detmold weitergeleitet.

Haverbeck habe „unerträgliche Äußerungen zur Existenz von Konzentrationslagern während des Nationalsozialismus" getätigt. Bürgermeister Heller habe dies zur Staatsanwaltschaft Detmold weitergeleitet, mit der Bitte, zu prüfen, „ob eine Strafbarkeit der Volksverhetzung" nach den Regeln des Strafgesetzbuches vorliege, schreibt die Stadt.
Rainer Heller selbst kommentiert das: „Auschwitz steht als Synonym für den Holocaust.

In dem größten Vernichtungslager des nationalsozialistischen Terrorregimes wurden mehr als eine Million Menschen ermordet. Wir tragen heute die Verantwortung dafür, dass sich die unfassbaren Ereignisse des Holocaust nie wieder wiederholen. Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit."

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