Kreis blockt Hacker-Angriffe ab

Datensicherheit: Seit Wochen kursieren Mails mit gefährlichen Viren im Anhang

Astrid Sewing

  • 0
  1. Schlagwörter:
  2. Hacker-Angriffe
  3. KRZ
Zentrale Kontrolle: KRZ-Geschäftsführer Reinhold Harnisch und die Datenschutzbeauftragte Swetlana Fischer besuchen den Service-Desk des Rechenzentrums. Hier laufen alle Informationen zur Überwachung der Netzwerke, der Verbindung zu den Kunden und auch Störungen auf. - © Bernhard Preuß
Zentrale Kontrolle: KRZ-Geschäftsführer Reinhold Harnisch und die Datenschutzbeauftragte Swetlana Fischer besuchen den Service-Desk des Rechenzentrums. Hier laufen alle Informationen zur Überwachung der Netzwerke, der Verbindung zu den Kunden und auch Störungen auf. (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. Die Daten des Kreises Lippe werden jeden Abend vollständig auf verschiedene Standorte gesichert, die Mitarbeiter sind angewiesen, verdächtige Mails zu melden. Seit Dezember gibt es immer wieder Hacker-Angriffe, die Gefahr steckt in den Anhängen.

Excel- und Word-Dokumente, aber auch Zip-Dateien, die mit Trojanern verseucht sind, werden im Kreishaus registriert. Am vergangenen Mittwoch haben die Verbandsmitglieder des Kommunalen Rechenzentrums (KRZ) in Lemgo sich dazu entschieden, nur bestimmte Dateiformate freizuschalten. Die Mitarbeiter werden außerdem im Intranet darüber informiert, wie sie mit verdächtigen Mails umgehen sollen: Sie sollen sich an das KRZ wenden oder an die IT-Abteilung.

Information
Meldepflicht für Cyber-Attacken

Nach dem Hacker-Angriff auf den Bundestag 2015 ist das Sicherheitsgesetz verschärft worden. Die Regelungen betreffen vor allem kritische Infrastrukturen, deren Beeinträchtigung schwere Folgen für das Gemeinwesen mit sich brächte - etwa im Energie- und Gesundheitssektor, bei der Wasserversorgung, der Telekommunikation oder im Finanz- und Versicherungswesen. "Das wird zurzeit in einer Verordnung spezifiziert, welche Unternehmen dazu gehören. Die Kommunen werden sehr wahrscheinlich dabei sein und auch die Stadtwerke", sagt Reinhold Harnisch, Geschäftsführer des KRZ in Lemgo. Die Angriffe müssen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) anonym gemeldet werden, sonst drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro. Im Gesetz werden außerdem Standards für die IT der Unternehmen und Behörden vorgeschrieben.

Der Geschäftsführer des KRZ, Reinhold Harnisch, empfiehlt, die Attacken grundsätzlich anzuzeigen. "Machen das viele, ist die Chance auch größer, die Täter zu erwischen", stellt er fest. Deren Methoden seien immer ausgefeilter. "Früher hat man das an der schlechten Rechtschreibung erkannt, das ist mittlerweile von den Tätern geändert worden." Ein Blick auf die Absenderkennung sei deshalb hilfreich. "Lesen Sie, dass die Telekom Ihnen schreibt, aber die Endung des Absenders ist nicht .de für Deutschland, sondern .lt, dann weg damit."

Die Polizei rät dazu, grundsätzlich alle Mails kritisch zu hinterfragen. "Wer schreibt mir? Warum? Wird dazu aufgefordert, ein Konto zu aktualisieren, dann sollte die Mail gelöscht werden - alles was wichtig ist, kommt auch per Post", sagt Jan Schabacker, Pressesprecher des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste in Duisburg. Von dort aus werden alle IT-Systeme der Polizei in NRW gesteuert. Und auch vor den Gesetzeshütern machen die Hacker nicht Halt. "Wir blocken täglich Hunderte Viren-Mails ab", sagt Schabacker.

Von allen Daten sollten auch Privatleute regelmäßig Backups erstellen, der Mail-Papierkorb auch geleert werden. Nützliche Tipps und kostenlose Antiviren-Programme gebe es auf der Internetseite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik,www.bsi.bund.de.

Ulrike Künnemann wirbt dafür, dass sich auch Chefs kleinerer Firmen intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. "Wir hören oft, dass das viel Geld kostet und man damit nichts verdient - bis etwas passiert." Sie leitet das Team von "eBusiness Lotse OWL". In Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern werden Vorträge gehalten und ein kostenloser IT-Grundcheck angeboten. Firmen mit mindestens 5 und höchstens 100 PC-Plätzen können den Service nutzen, der durch die EU gefördert wird.

Mehr Informationen gibt's unter www.ebusinesslotse-owl.de .

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2016
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.