Der Kreis Lippe erreicht beim Wettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2016“ die Endrunde

Das Fabel-Netzwerk setzt sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein

Erol Kamisli

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Stehen hinter dem Erfolg der Familienbetreuung Lippe: Dr. Axel Lehmann, Cornelia Reingruber, Maria Klaas, Katrin Fasse, Sandra Stövesand und Silke Hammermeister - © Bernhard Preuß
Stehen hinter dem Erfolg der Familienbetreuung Lippe: Dr. Axel Lehmann, Cornelia Reingruber, Maria Klaas, Katrin Fasse, Sandra Stövesand und Silke Hammermeister (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. Ein Familienmitglied wird zum Pflegefall, die Betreuung der Kinder ist nicht gesichert oder der Wiedereinstieg in den Beruf gestaltet sich holprig – dann hilft die Familienbetreuung Lippe (Fabel), bestehend aus 31 lippischen Unternehmen und dem Kreis Lippe. Dieses bundesweit einmalige Netzwerk aus Politik und Wirtschaft ist ein Grund dafür, dass es der Kreis Lippe beim Wettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2016“ des Bundesfamilienministerium in die Endrunde geschafft hat.

„Wir sind unter den letzten 39 aus 400 Bewerbungen“, freut sich Landrat Dr. Axel Lehmann. Doch die Konkurrenz ist noch immer groß. Neben öffentlichen Institutionen, wie dem Landratsamt Coburg, sind auch die Telekom AG oder die Robert Bosch GmbH noch im Rennen. „Wir hoffen auf mehr, doch der Einzug in die Endrunde ist ein großer Imagegewinn“, sagt Dr. Lehmann. Um den Wirtschaftsstandort Lippe für Fachkräfte attraktiv zu gestalten, sei es heute unabdingbar, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. „Und da gehen wir als Arbeitgeber gerne selbst voran“, fügt er hinzu.

Information
Entscheidung im Sommer
Bei „Erfolgsfaktor Familie 2016" können sich Firmen mit Sitz in Deutschland bewerben, die ihren Mitarbeitern bereits Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbieten. Mit dem Endrundeneinzug ist eine Gutachtervisite verbunden. Im Auftrag der Jury wird das Kreishaus besucht, um mit Mitarbeitern und Projektinitiatoren zu reden. Ob der Kreis eine Auszeichnung samt 5000 Euro erhält, wird im Juni bekanntgegeben.

„Zu gewinnen wäre schön, aber selbst ohne Gewinn ist solch ein Wettbewerb die Möglichkeit, sich durch externe Fachleute aufzeigen zu lassen, was noch besser gemacht werden kann und diese Möglichkeit nehmen wir gerne wahr", sagt Dr. Axel Lehmann.

Zustimmung bekommt er von Fabel-Koordinatorin Sandra Stövesand. Das Netzwerk, das von der Wirtschaft und dem Kreis Lippe finanzierte werde, biete ein vielseitiges Angebot – dabei sind kleine Familienbetriebe, aber auch Global Player wie Phoenix Contact, Weidmüller oder die Ecclesia Gruppe. „Wir können Mitarbeitern durch die Vermittlung von Betreuungsangeboten Hilfestellungen in verschiedenen Lebenssituationen geben, und dies hilft wiederum dem Unternehmen“, sagt Stövesand.

Davon ist auch Cornelia Reingruber, Personalentwicklerin im Klinikum Lippe, überzeugt: „Wir machen seit 2012 mit und sind völlig überzeugt von der Netzwerk-Idee.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spiele eine große Rolle bei der Arbeitsplatzwahl. „Eine Ärztin hat mich erst nach den Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs gefragt, bevor sie sich bei uns bewarb“, so Reingruber.

Unterstützung kommt von Katrin Fasse, Personalentwicklerin bei Phoenix Contact: „Wir lernen alle von- und miteinander, und dies ist das Erfolgsgeheimnis.“ Und Maria Klaas, Geschäftsführerin der IHK Lippe zu Detmold, betont den vertrauensvollen Umgang im Netzwerk. Bei Fabel werde offen diskutiert, auch wenn die Firmen am Markt konkurrierten. Für dieses gemeinsame Projekt spiele dies keine Rolle.

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