Freilichtmuseum sucht "Gemüsepaten"

Marianne Schwarzer

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Schützenswert: Die „Lippische Palme" gehört zu den Traditionsgemüsen in Lippe. Um den Grünkohl und andere historische Sorten zu retten, sucht das Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe jetzt Paten. - © Privat
Schützenswert: Die „Lippische Palme" gehört zu den Traditionsgemüsen in Lippe. Um den Grünkohl und andere historische Sorten zu retten, sucht das Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe jetzt Paten. (© Privat)

Kreis Lippe. Der Herbst ist eine arbeitsreiche, aber auch schöne Zeit für Hobbygärtner. Neben letzten Erntearbeiten bietet er sich für Neuanpflanzungen an. Wie wäre es mit einer seltenen Gemüsesorte? Das Team im Freilichtmuseum Detmold sucht noch Paten für die Raritäten im Garten.

Bereits 2014 haben die „Freunde des LWL-Freilichtmuseums Detmold" das Projekt „Koordination der Erhaltung und Wiederbelebung von lokaler Agrobiodiversität in Westfalen-Lippe" ins Leben gerufen. Es wird finanziert durch die Umweltstiftung Lippe. Es geht darum, dass die Felder und Gärten in der Region immer ärmer zu werden drohen, und genau das wollen die Museumsfreunde verhindern.

Information
Pate werden
Wer Interesse hat, sich zu beteiligen, kann sich beim Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes unter 
Tel. (05231) 706-0 melden.

Denn zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen verschwinden ersatzlos aus unserer Landschaft. Um zum Erhalt dieser wertvollen kulturellen Vielfalt beizutragen, widmet sich das Freilichtmuseum seit 2011 verstärkt diesem Thema, zunächst in einem durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekt, seit zwei Jahren mit Unterstützung der Umweltstiftung Lippe.

Im Rahmen dieses Projektes werden Konzepte zur dauerhaften Erhaltung bereits vorher gesammelter Sorten entwickelt, weitere alte Sorten gesammelt und diese ausführlich dokumentiert. Vor allem LWL-Saatguttechnikerin Margret Blümel kümmert sich um diese Arbeit und ruft immer wieder die Öffentlichkeit auf, sich zu beteiligen.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Etwa 900 Portionen Saatgut sind bisher verteilt worden, mehr als 300 Menschen haben Interesse an einer Mitarbeit zur Erhaltung alter Sorten gezeigt. Am beliebtesten sind Bohnen und die sogenannte Lippische Palme, eine Grünkohlsorte.

Aber es können umgekehrt auch alte Gemüsesorten beim LWL-Freilichtmuseum Detmold abgegeben werden. Bei der Übernahme einer Sorte erfragt das Gartenteam des Museums beispielsweise, wie alt sie ist, wie sie in den Garten gekommen ist, welche Besonderheiten beim Anbau berücksichtigt werden sollten und wie sie in der jeweiligen Familie verwendet wird.

Die alten Sorten werden in einem dafür speziell angelegten Vermehrungsgarten angebaut, fotografiert, ihr Wachsen und Gedeihen dokumentiert, Sortensteckbriefe entworfen, Saatgut wird geerntet, gelagert und wiederum für die Abgabe vorbereitet.

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