Moderne Anästhesie in Lippe

Marianne Schwarzer

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Startklar für die OP: Der angehende Anästhesietechnische Assistent Marc Witthauer mit seinen Ausbildern Michael Churs und Christane Spichale im Universitätsklinikum Halle. - © dpa
Startklar für die OP: Der angehende Anästhesietechnische Assistent Marc Witthauer mit seinen Ausbildern Michael Churs und Christane Spichale im Universitätsklinikum Halle. (© dpa)

Kreis Lippe. Anästhesist Dr. Lutz Müller-Lobeck hat der LZ erklärt, wie Patienten heute auf die Narkose vorbereitet werden und wie es bei der OP läuft. Das Ganze erfolgt in mehreren Schritten.

Aufklärung: Wer operiert werden soll, bekommt einen Gesprächstermin in der Ambulanz. Ein Mitglied des Anästhesie-Teams steht Rede und Antwort. „Es ist möglicherweise nicht derselbe Kollege, der auch bei der Operation zugegen ist. Aber es hat den Vorteil, dass der Patient nicht stundenlang in seinem Zimmer warten muss, bis irgendwann einer vorbeikommt. Das ist für beide Seiten besser."

Vorbereitung: Vor einer Narkose darf der Patient sechs Stunden nichts essen und zwei Stunden vorher nichts trinken. Er bekommt eine Beruhigungstablette, bevor er in den OP geschoben wird.

Die Narkose: Früher wurde Äther oder Lachgas verwendet, die über eine Atemmaske verabreicht wurden. „Als wir noch ausschließlich mit Gas gearbeitet haben, konnten wir an der Gaskonzentration in der Atemluft messen, wie tief der Patient schläft." Heute wird das Narkosemittel intravenös verabreicht. EEG-ähnliche Hirnstrommessungen geben Auskunft über die Tiefe der Bewusstlosigkeit.

Risiken: Es kann zu Erbrechen kommen, und wenn es schlecht läuft, kann etwas in die Lunge geraten. Das Risiko lässt sich mindern, wenn statt einer Intubation der Lunge eine Kehlkopfmaske im Rachen verwendet wird – sie dichte auch die Zufuhr aus dem Magen ab. Allergien treten sehr selten auf, sagt der Anästhesist Müller.

Nachwirkungen: Wurde der Patient intubiert, könnte er nach der Operation Schluckbeschwerden haben und heiser sein. Aber auch Übelkeit, Verwirrtheit und möglicherweise eine kognitive Dissonanz wie Konzentrationsstörungen können die Folge sein.

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