So untersucht die Polizei die Spuren nach einem Einbruch

Astrid Sewing

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- © Symbolbild: Bernhard Preuß
Einbruch (© Symbolbild: Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. Die Schranktüren stehen offen, der Inhalt verteilt sich auf dem Boden, jede Schublade ist durchwühlt – die Ermittler der Polizei sehen mehr als nur die Einbruchsspuren. Für sie ergibt sich daraus ein Bild, das Rückschlüsse auf den Täter zulässt. Der Leiter des Kriminalkommissariats II, Norbert Börgerding, setzt tagtäglich die Fälle wie ein Puzzle zusammen, und er sagt: „Die Mithilfe der Bürger ist enorm wichtig."

Einbrüche berühren in der Öffentlichkeit einen empfindlichen Nerv. Vergleicht man 2014 (361 Fälle) und 2015 (511), hat die Zahl stark zugenommen. In 253 Fällen blieb es beim Versuch. Entsprechend hoch ist für die Polizei der Stellenwert dieser Ermittlungen. „Das ist Teamarbeit", sagt Börgerding. Jeder Fakt ist wichtig, denn Einbrecher hinterlassen selten DNA-Spuren, nach denen an jedem Tatort gesucht wird. „Das ist ein bisschen wie bei CSI – auch unser Tatortdienst sichert genetisches Material. Beim Einbruch ist das allerdings schwieriger als bei Tötungsdelikten, denn dort kommt es zu Körperkontakt", erklärt Börgerding.

Dann beginnt die Kleinarbeit. „Haben wir DNA-Spuren, dann gleichen wir sie in der Bundesdatenbank ab. Ist dort kein Profil hinterlegt, wird es sehr viel mühsamer." Und dann komme wieder das Bild ins Spiel. Daran erkenne ein erfahrener Polizist, ob es sich um Gelegenheitsdiebe oder um Profis handele. „Erstere leben vor Ort. Einige Karrieren haben wir unser ganzes Berufsleben lang begleitet. Die Einbrecher, die reisen, erledigen hingegen ihren Job in drei Minuten. Sie kommen spätnachmittags und abends, sind auf Schmuck und Bargeld aus und steigen bevorzugt in Autobahnnähe ein." Aus diesem Grund gebe es auch eine Häufung der Taten in Bad Salzuflen. Wobei es aktuell eine Ausnahme gibt: In Barntrup steigen die Einbruchszahlen rasant an. Die Polizei zeigt deshalb heute Präsenz und klärt darüber auf, wie man sein Heim sicherer machen kann. In der kommenden Woche sind die Experten im Bad Salzufler Rathaus.

Ein Tipp liegt Börgerding besonders am Herzen: eine gute Nachbarschaft. „Wem ein Auto in seiner Straße auffällt, der sollte sich das Kennzeichen notieren und die 110 anrufen." Und wer nach Hause kommt und Ungewöhnliches feststellt, der sollte nicht reingehen, sondern sofort die Polizei anrufen. „Es könnten sonst Spuren am Tatort vernichtet werden." Und die brauchen die Ermittler für ihr Puzzle, das auch von Kollegen in anderen Bundesländern ergänzt wird. „Wir tauschen uns aus, damit wir die Täter erwischen – auch die, die reisen." Die Aufklärungsquote liege zwischen 18 und 23 Prozent. Ein wenig Glück sei dabei. „Wenn ein Serientäter gefasst wird, ist die Quote besser. Die Kreispolizei Lippe liegt seit Jahren aber immer über dem Landesschnitt. Mehr dingfest zu machen, das ist immer das Ziel."

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Wertsachen fotografieren


Einbrecher stehlen besonders gerne teure Uhren, Schmuck und auch Elek-tronik. Hilfreich für die Polizei ist es, wenn die Sachen katalogisiert werden. „Fast 90 Prozent der Opfer haben weder Zertifikate noch eine Liste", sagt Norbert Börgerding, der seit zwölf Jahren das Kriminalkommissariat II der Kreispolizeibehörde in Lippe leitet. Wer kein Zertifikat mehr hat, der sollte aber Fotos anfertigen und Seriennummer notieren. „Wenn es geht, sollte man die Gegenstände markieren", rät der Polizist. Wird Beute gefunden, werden die Sachen in einer bundesweiten Datenbank erfasst und können den Eigentümern zugeordnet werden. Die Vorlage für eine Wertliste gibt es im Internet unter www.k-einbruch.de unter dem Stichwort Wertsachen.

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