CDU-Spitzenkandidat Laschet in Lippe: „Ländlicher Raum hat Potenzial“

Astrid Sewing

  • 1
Hier drücken: Pedro Rodrigues, Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts, erklärt Armin Laschet (rechts), wie er in der Smart-Factory einen USB-Stick fertigen kann. Im Hintergrund schauen zu (von links): Landtagsmitglied Walter Kern, Andreas Fluck vom Tourbus-Team, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite und Landtagskandidatin Marketa Teutrine. - © Bernhard Preuß
Hier drücken: Pedro Rodrigues, Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts, erklärt Armin Laschet (rechts), wie er in der Smart-Factory einen USB-Stick fertigen kann. Im Hintergrund schauen zu (von links): Landtagsmitglied Walter Kern, Andreas Fluck vom Tourbus-Team, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite und Landtagskandidatin Marketa Teutrine. (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. „NRW ist überall Schlusslicht und nur da vorne, wo es keiner sein will", sagt Armin Laschet. Der Christdemokrat will das ändern, wenn es ihm gelingt, Ministerpräsident von NRW zu werden. Zurzeit muss er dafür Kernerarbeit leisten, im Bus über Land ziehen und für seine Themen werben: Sicherheit, Bildung, medizinische Versorgung gehören dazu. In Lemgo hat er am Donnerstag die Smart-Factory besichtigt und anschließend zum Pressegespräch geladen. 

Die Stimmung im Land habe sich verändert. „Die Menschen nehmen wahr, dass NRW keineswegs glänzend dasteht", sagt er und deshalb gebe er wenig auf die Umfragen, die ihn noch ein Stück hinter Hannelore Kraft sehen.

Information
Persönlich

Armin Laschet ist am 18. Februar 1961 in Aachen geboren worden. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Er hat Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten München und Bonn studiert und als freier Journalist für bayerische Rundfunksender und das bayerische Fernsehen gearbeitet. Außerdem war er Verlagsleiter und Geschäftsführer der Einhard-Verlags GmbH. Seit Juni 2012 ist er Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen. Seit Dezember 2012 ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU Deutschlands. Dem NRW-Landtag gehörte er seit 2010 an.

Laschet will es anders machen, er sieht das größere Potenzial im ländlichen Raum. Ein Beispiel ist für ihn „It’s OWL". „Das wird in jeder Landtagsdebatte erwähnt, weil es so einzigartig ist, und das zeigt, wo sich die technologische Entwicklung abspielt." Werde er gewählt, wolle er sich dafür einsetzen, dass mehr Geld in die Forschung fließe; und damit die Industrie 4.0 wirklich vorankomme, müsse auch die Breitbandförderung ausgebaut werden. Dass es auch in Lippe Nachholbedarf gibt, bestätigen die CDU-Vertreter Kerstin Vieregge, die für den Bundestag kandidiert, sowie die Landtagskandidaten Walter Kern und Marketa Teutrine. „Wir reden in Zukunft von 5 G – da sind wir in einigen Gebieten weit von entfernt", sagt Vieregge.

Die medizinische Versorgung auf dem Land sei ebenfalls ein großes Thema. Die CDU, so sagt Laschet, habe seit Jahren die Pläne für eine medizinische Fakultät in OWL in der Schublade. „Die Lehre könnte in Bielefeld stattfinden, die praktische Ausbildung an den Kliniken in der Region. „So ist die Chance größer, Ärzte im ländlichen Raum zu halten", sagt Laschet.

Und auch im Bereich der Sicherheit sehen die Christdemokraten Nachholbedarf. „Überall, wo ich hinkomme, werde ich auf ein Thema angesprochen: Einbrüche. 144 gibt es täglich in NRW – das ist soviel wie in sechs anderen Bundesländern zusammen!", sagt Laschet. Wolfgang Bosbach, der frisch gekürte Sicherheitsexperte der NRW-CDU, wolle ein neues Sicherheitskonzept entwerfen. Die technische Ausstattung müsse unter anderem verbessert und mehr Polizisten ausgebildet werden. Weil es aber einige Jahre dauere, bis der Bedarf gedeckt sei, habe man bereits zusätzliche Pläne entwickelt. „Wir planen, Polizeiverwaltungsassistenten einzusetzen, die die Polizeibeamten entlasten, zum Beispiel, in dem sie bürokratischen Aufgaben erledigen. Und trotzdem muss es natürlich so sein, dass auch im ländlichen Raum die Polizeistärke nicht ausgedünnt wird."

Wie das finanziert werden soll? „Wir müssen mehr Arbeitsplätze schaffen, denn dadurch haben wir auch mehr Einnahmen, und auch da sehen wir Wachstumschancen im ländlichen Raum", sagt Laschet.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar
1 Kommentar

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!