Sternschnuppen-Regen am Wochenende über Lippe

dpa und Kirsten Fuhrmann

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- © NASA
Am Wochenende regnet es Sternschnuppen. (© NASA)

Kreis Lippe. Wer in der Nacht zu Sonntag vorhat, früh schlafen zu gehen, der wird wohl ein seltenes Spektakel im Nachthimmel verpassen. Laut Vorhersagen soll ein Sternschnuppen-Regen zu sehen sein. Wird dieses Ereignis auch in Lippe zu sehen sein? Diese Frage haben wir dem Leiter der Sternwarte in Lemgo gestellt.

Sternschnuppen werden auch als Perseiden bezeichnet, weil sie laut Professor Dr. Jochen Dörr aus dem Sternenbild Perseus kommen. "Bei einem Perseidenregen ist es möglich, 100 bis 150 Sternschnuppen in der Stunde zu sehen", erklärt Professor Dr. Jochen Dörr. Das wären zwei pro Minute. Ob das bei diesem Sternschnuppen-Regen der Fall sein wird, kann Dörr nicht genau sagen.

"Wenn die Erde auf ihrem Weg um die Sonne eine Kometenbahn quert, verglühen zahllose kleine Steine beim Eintritt in die Erdatmosphäre", sagt er. Diese leuchten hell auf, bevor sie erlischen und sich komplett auflösen - zu sehen sind sie dann als Sternschnuppen.

Laut Dörr haben Lipper gute Chancen den Sternschnuppen-Regen mitzuverfolgen. Voraussetzung dafür ist ein klarer Himmel ohne Wolken. Laut Wettervorhersage könnte das allerdings schwierig werden. Um möglichst viele Schnuppen zu sichten, falls wir doch Glück haben sollten, hat Professor Dr. Jochen Dörr folgende Tipps:

  • Zwischen 23 und 2 Uhr sind die Sternschnuppen am besten zu sehen, da es mitten in der Nacht besonders dunkel ist.
  • Von dunklen Orten aus sind die Sternschnuppen am besten zu sehen. In beleuchteten Städten ist die Sicht schlechter.
  • Sternschnuppen sind am besten mit dem bloßen Auge zu sehen. Mit Fernglas oder ähnlichen Geräten ist es kaum möglich, einen Blick auf die Sternschnuppen zu erhaschen.
  • Legen Sie sich auf den Rücken. So haben Sie den gesamten Himmel im Blick und schauen nicht nur in eine Richtung.


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Totale Sonnenfinsternis am 21. August

- © Epa/Ojo Bala
Sonnenfinsternis: Wenn der Mond die Sonne verdeckt. (© Epa/Ojo Bala)

Millionen US-Amerikaner fiebern dem 21. August entgegen, an dem sich die Sonne verdunkelt. Bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis in Deutschland wird es noch 64 Jahre dauern. Wissenschaftler können ziemlich genau voraussagen, was bei einer Sonnenfinsternis geschieht.

Wie kommt es zu einer totalen Sonnenfinsternis?

Sie entsteht, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt und diese vollständig verdeckt - zu beobachten ist das nur bei Neumond, wenn sich Erde, Mond und Sonne auf einer geraden Linie befinden. Am helllichten Tag wird es für einige Minuten dunkel, am Himmel sind Sterne zu sehen.

- © dpa
Das passiert bei einer Sonnenfinsternis (© dpa)

Nur in einem schmalen Streifen auf der Erdoberfläche, maximal 270 Kilometer breit, wird die totale Sonnenfinsternis sichtbar - dort, wo der Kernschatten des Mondes auf unseren Planeten fällt. Wer sich in seinem Halbschatten aufhält, kann eine partielle Finsternis erleben, der Mond macht dann nur einen Teil der Sonne unsichtbar.

Wo ist die totale Sonnenfinsternis am 21. August sichtbar?

Sie wird in 14 US-Bundesstaaten zu sehen sein - von Oregon im Westen bis nach South Carolina an der Ostküste. In Teilen Europas, Afrikas und Südamerikas ist sie als partielle Finsternis zu erleben.

Wie lange ist die totale Finsternis sichtbar?

In den einzelnen US-Regionen ist die totale Sonnenfinsternis maximal zwei Minuten und 40 Sekunden zu sehen. Eine Finsternis kann abhängig von der Lage aber auch bis zu siebeneinhalb Minuten zu sehen sein. Bis zu sechs Minuten und 39 Sekunden dauerte zum Beispiel die totale Finsternis am 22. Juli 2009 über China und dem Westpazifik. Einfluss auf die Dauer haben unter anderem die scheinbaren Durchmesser von Mond und Sonne abhängig von der Erdnähe des Mondes und der Sonnennähe der Erde auf ihren jeweiligen Umlaufbahnen.

Wo in Europa kann man am 21. August etwas von dem Phänomen mitbekommen?

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Ganz im Westen. In Portugal, Spanien, Westfrankreich und Großbritannien ist das Ereignis als partielle Finsternis zu erleben - in Lissabon zum Beispiel zwischen 19.46 Uhr und 21.03 Uhr, wo dann knapp ein Fünftel der Sonne verdeckt sein wird. Auch wer am 21. August kurz vor Sonnenuntergang auf Borkum sein sollte, kann einen klitzekleinen Eindruck mitnehmen: Für eine knappe halbe Stunde bedeckt der Mond dort immerhin noch 1,2 Prozent unseres Heimatsterns.

Warum ist eine totale Finsternis etwas Besonderes?

Weil es kaum vorkommt, dass ein Mensch das Phänomen mehrfach am selben Ort erleben kann. Hierzulande war eine totale Sonnenfinsternis zuletzt am 11. August 1999 in Süddeutschland zu sehen. Die nächste in unseren Breiten erwarten die Astronomen erst am 3. September 2081. Schon am 2. Juli 2019 wird es zwar die nächste totale Finsternis auf der Erde geben - sichtbar ist sie allerdings nur im Pazifik-Raum und in einigen Städten Chiles und Argentiniens.

Zum Herunterladen
  1. Sonnenfinsternis am 12. August 1999

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