Doppelstart ins Jahr 2018

Thorsten Engelhardt

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Neujahrsbabys: Andreas Düe hält stolz Sohnemann Tim im Arm, seine Frau Ines Töchterchen Daria - die beiden ersten Lipper des Jahres 2018. - © Thorsten Engelhardt
Neujahrsbabys: Andreas Düe hält stolz Sohnemann Tim im Arm, seine Frau Ines Töchterchen Daria - die beiden ersten Lipper des Jahres 2018. (© Thorsten Engelhardt)

Detmold. Familie Düe beginnt das Jahr 2018 mit doppeltem Glück. Denn Ines Düe (37) hat um 2.15 und 2.17 Uhr am Neujahrstag Zwillinge geboren. Damit gibt es gleich zwei lippische Neujahrsbabys.

Daria und Tim heißen die beiden, und Daria war zwei Minuten vor ihrem Bruder auf der Welt. Dass es ausgerechnet am 1. Januar soweit sein würde, hatte das Knetterheider Paar am Silvesterabend noch nicht erwartet. Es sollte ein ruhiger Jahreswechsel werden. Als Geburtstermin war der 26. Januar errechnet worden.

Doch dann platzte kurz vor Mitternacht die Fruchtblase, und Ines Düe wurde per Rettungswagen nach Detmold gebracht. Der werdende Vater Andreas Düe (42) fuhr im Auto hinterher.

Das Team im Kreißsaal der lippischen Familienklinik hatte bis dahin schon nicht über Arbeitsmangel klagen können. Insgesamt sechs Kinder kamen über den Jahreswechsel zur Welt. Bis 22.12 Uhr am Silvesterabend und dann wieder ab 2.15 Uhr hätten die drei Hebammen viel zu tun gehabt, berichtete Oberärztin Dr. Marit Wiedemann. „Aber alles lief super", sagte sie weiter.

Das war auch bei den Zwillingen des Ehepaars Düe so. Tim bringt 47 Zentimeter Größe und 2830 Gramm Gewicht mit, seine Schwester Daria 44 Zentimeter und 2690 Gramm.

50 Zwillingsgeburten sind in der lippischen Familienklinik im Jahr 2017 vermerkt worden. 2067 Geburten waren es insgesamt, dabei sind 2117 Kinder zur Welt gekommen. Im Jahr zuvor waren es noch 2049 Kinder gewesen. Und wie schon seit einigen Jahren, so wurden auch 2017 mehr Jungen als Mädchen geboren.

Deutlich mehr geworden sind aber auch die Frühchen. 29 Kinder wurden im Krankenhaus Detmold mit einem Gewicht von unter 1000 Gramm geboren.

Das hänge damit zusammen, dass die Detmolder Klinik als Perinatalzentrum für komplexere und Frühgeburten speziell ausgerüstet sei und in einer Kooperation mit Höxter auch Schwangere aus dem Nachbarkreis betreue, erläuterte die Oberärztin.

Auch wenn Ines Düe per Kaiserschnitt entbunden hat, die „Sectio"-Rate ist in Lippe konstant niedrig. Sie liegt laut Dr. Wiedemann bei 23 Prozent und damit rund zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das Klinikum Lippe betreut Hebammenschülerinnen der Uniklinik Marburg, die hier in mehrwöchigen Hospitationen Erfahrungen sammeln. Denn in Marburg liege die Kaiserschnitt-Quote bei 40 Prozent.

Durch die Kunst und Erfahrung der Hebammen und Ärzte sei die Kaiserschnittrate nach unten zu beeinflussen, sagte Dr. Marit Wiedemann. Dieses Wissen sollen die Schülerinnen aus Marburg in Lippe lernen.

Ines und Andreas Düe sind zum ersten Mal Eltern geworden. Die Nachricht, Zwillinge zu bekommen, hätte erst einmal verdaut werden müssen, gibt der Bankkaufmann zu. Aber jetzt sei es die „pure Freude", schließlich hätten sich beide immer zwei Kinder gewünscht, und die Schwangerschaft sei völlig komplikationslos verlaufen.

Industriekauffrau Ines fügt da noch schmunzelnd an: „Da ist die Einkäuferin in mir durchgekommen – mit minimalem Einsatz das Maximale herausholen."

Großherzige Geste in der Nacht

Oberärztin Dr. Marit Wiedemann ist seit 30 Jahren im Krankenhaus tätig und versieht seit rund 25 Jahren den Dienst über den Jahreswechsel. Aber dennoch hat diese Neujahrsnacht für sie und die Hebammen eine Überraschung parat gehalten.

Denn plötzlich klingelte es an der Kreißsaaltüre, und eine junge, eindeutig nicht schwangere Frau stand davor. Sie gab ein kleines Präsent ab und dankte dafür, dass das Geburtshilfeteam wie Polizei und Feuerwehr auch in dieser Nacht für andere da seien. Und schon war die Unbekannte wieder weg.

„So etwas ist uns noch nie passiert. Herzlichen Dank dafür", sagte die Ärztin.

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